In dem Moment, als der Schwur brach, spürte ich es. Es war nicht laut. Es war ein leises, tiefes Beben – wie etwas Uraltes, das im Schlaf unter der Welt erwachte. Meine Knie gaben nach, die Erde vibrierte unter meinen Handflächen. Kael streckte die Hand nach mir aus, doch ich wich zurück. Etwas in mir gehörte mir nicht mehr. Die Bäume beugten sich, nicht zum Wind, sondern zu der Macht, die sich in der Luft entfaltete. Dann ertönte das Heulen. Nicht von einem Wolf … sondern von etwas Älterem. Vergessenem. Jahrhundertelang in Stille gefangen. Es erhob sich vom Rand des Flüsterwaldes wie Donner, umhüllt von Atem. Und es traf mich direkt. „Isla“, flüsterte Kael, seine Stimme von Furcht und Ehrfurcht durchdrungen, „spürst du das?“ „Ja“, hauchte ich. Mein Herz raste nicht – es schlug ruhig

