Mitternacht schmeckte immer nach Metall. Kalt. Scharf. Schwer auf der Zunge. Ich stand an meinem Fenster, die Hand umklammerte den alten Holzrahmen, und starrte hinaus in den Wald, der niemals schlief. Der Mond hing voll und tief, zu nah, als würde er uns ausspionieren. Mich beobachten. Mein Atem beschlug die Scheibe. Ich wusste nicht, warum ich noch wach war. Ich hatte seit drei Nächten nicht richtig geschlafen. Seit diesem ersten Traum – nein, nicht Traum. Vision. Ich sah Feuer in den Bäumen. Blut im Schnee. Und diese Augen … golden und wild. Dann kam das Heulen. Lang. Tief. Nicht wie ein Hund oder gar ein Wolf. Dieses … es klang nicht real. Es klang wie etwas Älteres. Älter als der Wald. Älter als die Zeit. Es ließ die Luft gefrieren. Die Bäume verstummten. Selbst der Wind hörte

