Kapitel 23 – Der Atem, der die Sterne verschlingt

1396 Worte

Der vierzehnte Winter kam ohne Ankündigung und ohne Gnade. Eines Morgens erwachte das Tal noch in einem trüben, silbrigen Licht, die Bäume standen still und trugen ihre schwarzen Früchte wie alte Wunden. Am nächsten Morgen war das Licht fort. Nicht gedimmt. Nicht verhüllt. Einfach fort. Der Himmel hatte sich in eine einzige, endlose Fläche aus Nichts verwandelt, ein Grau so tief, dass es fast schwarz wirkte, und doch gab es keine Schwärze darin, nur Abwesenheit. Kein Schnee fiel mehr. Kein Wind wehte. Die Luft stand still, schwer, als hätte jemand die Zeit selbst angehalten und vergessen, sie wieder laufen zu lassen. Jasmine spürte es sofort in der Brust. Ein Druck, der nicht von außen kam, sondern von innen. Als würde ihr Herz gegen etwas stoßen, das dort nicht hingehörte. Sie lag wach,

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