Kapitel 4-2

436 Worte
Danach ist mein Kopf wie benebelt, und meine Gedanken sind eigenartig verwirrt. Er trägt mich irgendwo hin, und ich liege schlaff wie eine Stoffpuppe in seinen Armen. Jetzt wäscht er mich. Ich stehe mit ihm unter der Dusche. Ich bin ein wenig erstaunt darüber, dass meine Beine mich halten können. Ich fühle mich taub, irgendwie losgelöst. Auf meinen Oberschenkeln ist Blut. Ich kann sehen, wie es sich mit dem Wasser vermischt und im Abfluss verschwindet. Da ist auch etwas Klebriges zwischen meinen Beinen. Wahrscheinlich sein Samen. Er hat kein Kondom benutzt. Ich könnte jetzt eine Geschlechtskrankheit bekommen. Ich sollte bei diesem Gedanken entsetzt sein, aber ich fühle mich einfach nur wie betäubt. Wenigstens muss ich mir keine Sorgen machen, schwanger zu sein. Sobald es mit Rob ernst wurde, hat meine Mutter darauf bestanden, mit mir zum Arzt zu gehen und mir ein Verhütungsstäbchen in den Oberarm einsetzen zu lassen. Als Pflegehelferin in einem Krankenhaus für Frauen hat sie zu viele Teenagerschwangerschaften gesehen und wollte sichergehen, dass mir nicht das Gleiche passiert. Gerade jetzt bin ich ihr wahnsinnig dankbar dafür. Während ich über das alles nachdenke, wäscht mich Julian gründlich, bearbeitet mein Haar mit Shampoo und Spülung. Er rasiert mir sogar die Achseln und die Beine. Als ich porentief rein und glatt bin, stellt er das Wasser ab und führt mich aus der Dusche. Zuerst trocknet er mich mit einem Handtuch ab, und danach sich. Als er damit fertig ist, wickelt er mich in einen flauschigen Bademantel und trägt mich in die Küche, um mir etwas zu essen zu geben. Ich esse, was er mir hinstellt. Ich schmecke es nicht einmal. Es ist irgendein Sandwich, aber ich weiß nicht, mit was es belegt ist. Er stellt mir auch ein Glas Wasser hin, welches ich gierig austrinke. Ich hoffe kurz, dass er mich nicht wieder betäuben will, aber so richtig beschäftigt es mich nicht. Ich bin so müde, ich möchte einfach nur schlafen. Nachdem ich mit essen und trinken fertig bin, führt er mich zurück ins Badezimmer. »Putz dir die Zähne«, fordert er mich auf, und ich starre ihn an. Er macht sich Gedanken über meine Mundhygiene? Ich möchte mir die Zähne nicht putzen, aber ich mache, was er sagt. Ich nutze das Badezimmer auch, um aufs Klo zu gehen. Dafür lässt er mich netterweise allein. Danach begleitet er mich zurück in mein Zimmer. Das Bett ist schon frisch bezogen, ohne irgendwelche Blutspuren. Dafür bin ich dankbar. Er küsst mich sanft auf die Lippen, verlässt den Raum und schließt die Tür ab. Ich bin so fertig, dass ich nur zu meinem Bett gehe, mich hinlege und sofort einschlafe.
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