Die Nacht war still, unnatürlich still. Der Wind, der sonst durch die Baumwipfel des Waldes sang, war verstummt, und die Tiere hatten sich in ihren Höhlen verkrochen. Es war die Art von Stille, die vor einem Sturm liegt – und Luan konnte sie fühlen. Er stand am Rand der Lichtung, auf der das Rudel sein Lager hatte. Die anderen waren verstreut, einige schliefen, andere patrouillierten die Grenzen. Kael war irgendwo draußen, und Nina saß wie ein Schatten neben dem Feuer, ihre Augen funkelten im flackernden Licht. Luan spürte das Ziehen in seiner Brust, das Beben des Wolfs, der unruhig unter seiner Haut lauerte. Es war, als ob das Tier in ihm etwas wusste, das er selbst noch nicht verstand. »Du spürst es, nicht wahr?«, fragte Nina plötzlich. Luan zuckte zusammen. Er hatte nicht bemerkt, dass

