Wütend stampfe ich rein und finde die beiden im Wohnzimmer auf der braunen Couch vor. Man sieht es Miri an, dass sie zu tief ins Glas geschaut hat. f**k, wäre ich drin geblieben und hätte besser auf sie aufgepasst. Wahrscheinlich verträgt sie einfach nicht viel. Gerade wenn es das erste Mal ist, dass sie getrunken hat.
„Wir sollten los", sage ich. „Ich will aber noch nicht. Es ist gerade so schön", lallt sie vor sich hin. „Du bist betrunken, komm jetzt", helfe ich ihr hoch. „Du hast gehört, dass sie nicht will", mischt sich Jason ein. „Ich kann sie später nachhause bringen", fügt er dann hinzu. „Damit du es ausnutzen kannst, dass sie betrunken ist? Mit Sicherheit nicht", meine ich und gehe mit ihr raus.
„Warte doch", höre ich seine Stimme hinter mir und kurze Zeit später stehen Jason und Jackson vor mir. „Lasst uns euch begleiten", sagt Jason. „Oh ja", freut sich Miri und hackt sich bei ihm unter.
„Ich weiß genau was du vorhast. Ich behalte dich im Auge", warne ich ihn, doch die beiden sind schon vor gegangen. Also trotte ich einfach hinter her. „Wann genau bist du hergezogen?", will Jackson wissen. "Gestern", antworte ich knapp.
„Kann es sein, dass du eine Abneigung gegen Jungs hast?", grinst er dann. „Gegen welche wie euch? Mit Sicherheit", werde ich sauer. Ich weiß nicht mal wieso, aber dieses Gespräch macht mich wütend. „Was meinst du mit welche wie uns?", hackt er nach.
„Na Jungs die alles und jeden in die Kiste kriegen wollen, ohne Rücksicht auf Verluste. Wir sind doch eure neue Herausforderung geworden, weil wir noch nie hatten. Aber das Ganze brauchst du bei mir gar nicht erst versuchen. Das schaffst du eh nicht und Jason behalte ich auch im Auge", bin ich zickig.
„Ich glaub du hast ein falsches Bild von uns", lacht er kurz auf. Nein, dass denke ich nicht, aber das sage ich nicht. Die Jungs sind doch alle gleich. Hauptsache s*x, mehr wollen die doch gar nicht.
„Wahrscheinlich wurde das arme kleine reiche Bonzengirl von einem Jungen verarscht und jetzt denkst du wir wären alle gleich", fügt er hinzu.
„Alter, du kennst mich null. Also Quatsch mich nicht mit so einem Bullshit zu und gehe einfach", motze ich ihn an.
„Übrings hier wohne ich also passt das. Danke für nichts und Ciao ciao", winke ich ihnen noch und schliesse dann die Tür auf.
Er ist so ein Idiot. Ehrlich, was denkt er sich. Miri bringe ich nach oben und lege sie ins Bett. „Jason ist sooo toll", schwärmt sie. Ich schminke mich schnell ab und lege mich zu ihr. „Wir sollten jetzt schlafen", meine ich nur.
„Ich kann nicht, Jason wollte mir noch schreiben", alles klar. Ich drehe mich um und schlafe sofort ein.
Den ganzen Morgen bis jetzt zur Autofahrt spricht Miri schon von Jason und ich bin echt leicht genervt. Ich höre schon nur noch mit dem halben Ohr hin, da es die ganze Zeit der selbe Mist ist.
„Naja aufjedenfall später wollen wir uns dann treffen, aber keine Sorge er bringt noch wen mit", okay Aufmerksamkeit komm zurück, was hat sie gerade gesagt.
„Bitte was?", hacke ich nach. "Wenn wir nach der Schule in die Stadt gehen. Jason und ein Kumpel kommen mit", erzählt sie freudestrahlend. Ich schaue sie nur mit meinem Dein Ernst Blick an. Das kann doch jetzt nicht sein. Ich weiß ganz genau wen er mit nimmt.
„Muss das sein?", quengel ich sofort. "Ach bitte, vielleich könnte das was aus mir und Jason werden", klimpert sie mit ihren Wimpern. „Und du kamst noch nicht auf den Gedanken, dass er es villeicht ausnutzen will, weil du noch nicht hast?", frage ich vorsichtig. „Ach quatsch", winkt sie sofort ab. Okay, ich hab es versucht.
An der Schule halte ich an und Miri läuft sofort zu den anderen am Baum. Freudestrahlend bleibt sie bei Jason stehen und sie unterhalten sich. Ich behalte ihn besser im Auge. Irgendwas ist faul an der Sache.
Ich trotte ebenfalls hin und begrüsse alle. Jackson bekommt von mir nur einen bösen Blick zu spüren. Ich bin noch sauer auf ihn, was er gestern gesagt hat und er braucht sich gar nicht erst einzubilden heute mit zu kommen.
Es klingelt zum Unterricht und zwei Stunden Langeweile kommen auf mich zu. Ich setze mich neben Miri, doch Jason musste sich unbedingt genau hinter sie sitzen, damit er so am besten mit ihr quatschen kann. Das heißt mit anderen Worten Jackson sitzt hinter mir. Warum können die nicht nebeneinander sitzen.
Ich spüre seinen Blick in meinem Rücken und dann werde ich schon angetickt. Ich drehe mich um und schaue ihn fragend an. Er hält mir ein Stück zusammengefaltes Blatt hin. Ich nehme es und drehe mich wieder um.
Ich falte es auseinander und lese:
Sorry, wegen gestern, aber über die Ivy Harrington und ihre Familie liest man halt viel und da hat man halt Vorurteile.
Super Entschuldigung.
Ich schreibe zurück:
Dann ließ eben weniger. Die Hälfte stimmt eh nicht.
Keine zwei Sekunden bekomme ich den Zettel zurück:
Also bist du nicht mehr mit Zack Lesterfield zusammen?
Natürlich musste er mich googlen. Gott, scheiße ehi total vergessen, dass im Internet ja alles steht und wir seit gestern nicht mehr in der Klatchpresse waren. Der letzte Artikel ging nur über den Umzug und hier sind wir noch nicht von irgendwelchen Paparazzi belagert worden. Die sind ja auch alle mehr an meinem Vater interessiert und da wir nicht mehr mit ihm und den Lesterfield Familie auf Galas und so gehen werden wir uninteressant. Naja, vielleicht sehen die Leute bald Zack mit einer anderen dann sind wir wieder Top Thema Nummer Eins.
Ich antworte ihm:
Ich wüsste nicht, was dich das angeht. Wieso googelst du mich? Geht's noch?
Seine Antwort darauf ist nur:
Ich wollte halt wissen, wieso du so eine Abneigung gegen Jungs hast und ich glaube das liegt an Zack.
Anscheind ist er nicht ganz so dumm wie er aussieht. Obwohl ich eigentlich selbst nicht weiß, ob es wirklich wegen ihm ist. Trotzdem geht ihn mein Leben überhaupt nicht's an. Ich zerknülle den Zettel und werfe ihn dann in den Müll.
Gott sei dank klingelt es dann auch schon zur Pause. Draußen stecke ich mir eine Zigrette zur Beruhigung an und die anderen Gesellen sich zu mir.
„Wie war das in New York für dich so als kleine Berühmtheit. Immer die Aufmerksamkeit und so?", will Regina wissen. „Es nervt. Ich hab nichts getan, die hatten alle nur Interesse an mir, weil ich die Tochter eines Politikers bin der vielleicht Senator wird. Ständig gab's neue Dinge auf Klatschseiten zu lesen und nur die Hälfte stimmt", erzähle ich ihr.
„Naja, du hast schon was getan für die Aufmerksamkeit. Ich meine du hast für Jason Derulo getanzt in einem seiner Videos", freut sie sich. Gott, haben mich alle gegoogelt?
„Ja okay, dass war wirklich cool", grinse ich. Das war aber nicht das einzige Musikvideo in dem ich war und ich habe auch schon 2 Mal gemodelt. Hab mal wieder richtig l**t auf sowas.
„Und dein Freund ist so heiß und seine Familie steht ebenfalls gut im Rampenlicht", sagt sie dann.
„Sein Vater ist halt der Bürgermeister, aber er ist nicht mein Freund", meine ich mit einem Augenrollen.
„Wie?", hackt sie nach. „Wir sind nicht zusammen", sage ich ernst. „Oh schade", sagt sie nur. Alles klar.
Die nächsten zwei Stunden verfliegen ebenfalls im Flug.
Nun sitzen Miri, Jason, Jackson und ich in einem Cafe. Ich wusste, dass Jackson mit kommen würde. Ich wollte eigentlich dagegen protestieren, aber ich konnte es ihr irgendwie dann doch nicht ausschlagen.
Anscheind verstehen Miri und Jason sich aber echt gut, denn die beiden sind schon wieder so tief in einem Gespräch vertieft und sie himmelt ihn die ganze Zeit nur an. Sie könnten sich auch einfach alleine treffen, dann stört sie keiner.
„Erzähl mir was über dich", meint Jackson zu mir. „Du hast mich doch gegoogelt, also was soll ich dir noch neues erzählen?", Frage ich ihn.
„Ach komm, Ivy. Jetzt sei doch nicht so", schaut er mich schräg von der Seite an.
Er versprüht schon einen gewissen Charme und ich will auch nicht die ganze Zeit schmollen. Macht ja auch keinen großen Sinn oder?
Zum dritten Mal seit wir im Cafe sitzen klingelt mein Handy. Doch es liegt unberührt auf den Tisch, bis Jackson es nimmt und einfach dran geht. Das ist noch nicht sein Ernst.