Ein bisschen zu nah

785 Worte

Nähe ist ein seltsames Phänomen. Sie kann Trost, Halt und Wärme spenden. Doch sie kann auch überwältigend sein, brennende Fragen aufwerfen, auf die man keine Antworten hat. Manchmal reicht ein einziger Zentimeter, um alles zu verändern. Heute war so ein Tag. Nach meinem „Ausrutscher“ gestern auf dem Schulhof war ich ein Schatten meiner selbst. Ich war anwesend, aber nicht wirklich präsent. Ich hörte Stimmen, konnte aber die Worte nicht verstehen. Ich bewegte mich, aber nicht aus Überzeugung – nur weil es schlimmer gewesen wäre, stehen zu bleiben. Niemand sprach mich direkt darauf an. Noch nicht. Aber ich spürte es in den Blicken, die länger dauerten, in den Gesprächen, die verstummten, wenn ich den Raum betrat. In dem einen Satz von Leo, der mir zu locker dahingesagt vorkam, um nicht

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