3 - Constantin

971 Worte
Sie unternahm noch einen Versuch, mich wegzudrücken. Aber ich merkte, wie ich etwas in ihr auslöste. Nur durch meine Nähe, weckte ich ihre Wölfin. Sie spürte ihren Gefährten direkt vor ihr. Ich musste mich beherrschen, meinen Wolf nicht ausbrechen zu lassen. Es war zu früh. Ihr Geruch machte mich fast wahnsinnig. Am liebsten hätte ich mein Gesicht in ihre Haare vergraben. Ich brachte meinen Körper noch näher an ihren und vernahm ein Wimmern von ihr. Sie brauchte ihre Wölfin für ihre zukünftigen Aufgaben. Dass sie es geschafft hatte, sie so lange zu unterdrücken, war erstaunlich. Ich fragte mich, ob sie dazu Mittel benutzt hatte. Sie legte ihren Kopf auf meine Brust, die nur noch einen Zentimeter entfernt gewesen war. Ihr Atem ging heftig. Ihre Berührung machte mich fertig. Es ging eine Hitze von ihrer Stirn aus und durchflutete meinen Körper. Mein Wolf, Karon, knurrte in mir. Er wollte seine Gefährtin kennenlernen. Ich war mir nicht sicher, ob sie überhaupt ihre Wölfin kannte. Vor uns lag eine Menge Arbeit, aber ich hatte mich schon für diesen Weg entschieden und ich war kein Mensch, der seine getroffenen Entscheidungen jemals bereute. Ich schob mein Bein zwischen ihren Schenkeln und drückte gegen ihre Scham. Sie keuchte. Dann kam ein Knurren aus ihrer Kehle. Ich hatte sie fast so weit. Ich schob ihre Haare zur Seite und biss ihr ins Ohr. Das Knurren verwandelte sich in ein Stöhnen. Dann bekam ich einen kraftvollen Stoß gegen die Brust. Ich machte zwei Schritte zurück, bevor ich mich abfangen konnte. Auch Karon knurrte. Sie war viel stärker als eben noch. Sie hatte sich die Kraft ihrer Wölfin ausgeliehen. Das ging schneller als erwartet, obwohl ich genau das provoziert hatte. Sie lehnte immer noch gegen die Tür und atmete schwer, als wäre sie soeben einen Marathon gelaufen. Schweiß stand ihr auf der Stirn. Ich wusste, dass es in diesem Zustand schwer war, seinen Wolf wieder zurückzudrängen. Vor allem, wenn ihr Gefährte vor ihr stand. Ich setzte mich wieder auf den Tisch. Mein Ziel war erreicht. “Du bist eingestellt. Aber nicht für die ursprüngliche Stelle, die du haben wolltest. Ich werde dich auf deine Aufgaben gut vorbereiten. Du wirst mit mir kommen.” Sie knurrte wieder und versuchte, die Macht über sich zu bekommen. “Ich bin auf diese Stelle nicht angewiesen. Wieso sollte ich dieses Angebot annehmen?” Sie klang wütend. Das würde sie sich abgewöhnen müssen in meiner Gegenwart. Ich grinste in mich hinein. “Du hast keine andere Wahl. Deine Bewerbung hier hat dein Schicksal besiegelt. Du wirst die zukünftige Luna sein.” Sie sah mich geschockt an. “Luna?” “Ich bin mir sicher, deine Wölfin hat dir gesagt, dass ich dein Gefährte bin.” Sie nickte abrupt. “Ich wollte nie einen Gefährten." Theoretisch konnte sie mich ablehnen, aber das würde ich ihr nicht sagen. Wenn es ihre Wölfin nicht tat, würde ich ihr dieses Wissen nicht zu früh in die Hand geben. “Ich bin aber nicht irgendein Gefährte. Ich bin ein Alpha. Und somit wirst du zur Luna.” Sie knurrte. “Du weißt nicht, wer ich bin. Ich bin kein Rudelmitglied, ich bin eine…” “Abtrünnige, ich weiß.” Schrecken stand in ihren Augen. Hatte sie geglaubt, mich mit dieser Information von meinem Plan abhalten zu können? Klar, hat es die ganze Sache nur noch komplizierter gemacht. Aber ich hatte alles durchdacht und es musste sein. Sie musste von ganz vorne beginnen, lernen, wie eine Luna lebte, liebte und führte. “Wieso willst du eine Abtrünnige zu einer Luna machen?” Ich lächelte. “Ganz einfach, du bist meine Gefährtin.” “Dieses ganze Gefährten-Ding ist doch absoluter Blödsinn. So etwas wie Vorherbestimmung gibt es nicht!” Karon knurrte und ich ließ ihn kurz an die Oberfläche, ohne mich zu verwandeln. Mit einem Satz war ich wieder bei ihr und Karon drückte ihre Kehle zu und nagelte sie an die Tür. “Hol sie raus!” Sie kämpfte dagegen an, aber verlor. Ihre Augenfarbe änderte sich in eisblau. “Ich bin Karon, Gefährtin, wie ist dein Name?” “Ice.” “Willkommen Ice, dein Mensch braucht deine Führung. Lass dich nicht mehr unterdrücken, du bist jetzt frei. Du gehörst mir.” “Und du mir.” Ich nickte. Der Besitz des Gefährten beruhte auf Gegenseitigkeit. Ob sich allerdings Zara dieses Ausmaßes bewusst war, wagte ich zu bezweifeln. Karon löste seine Hand von Zaras Hals und überließ mir wieder die volle Kontrolle. Zara kehrte zurück und wirkte erschöpft. Ich trat einen Schritt zurück und musterte sie nochmal. Durch das Erwecken ihrer Wölfin hatte sie jetzt genug zu tun. Alles, was ich ihr noch erklären würde, würde sie eh nicht mehr begreifen. Also beschloss ich, es für heute sein zu lassen. Ich nahm in Gedanken Kontakt mit meinem Beta auf. Er wusste schon Bescheid, ich hatte alles im Vorfeld mit ihm durchgesprochen. Mein Plan hatte ihm nicht besonders gefallen, aber er musste sich am Ende fügen. Wir brauchten eine Luna und da musste er mir auch zustimmen. Zara beruhigte sich nur langsam. Als mein Beta vor der Tür stand, ging ich wieder zu ihr. Ich sah so etwas wie Angst in ihren Augen, als ich mich näherte. Ich griff an ihr vorbei zur Türklinke und öffnete sie. Sie musste einen Schritt nach vorne machen, damit ich sie öffnen konnte. Mein Beta trat ein und musterte uns. Dann nickte er und deutete eine Verbeugung an. “Mein Alpha.” Ich nickte ebenfalls. “Nimm sie mit in mein Haus in das vorbereitete Zimmer.” Er wandte sich an Zara. “Zukünftige Luna, begleite mich bitte.” Ich spürte, dass sie überlegte aufzubegehren. Ich nahm ihren Arm und Karon knurrte erneut. Sie sah fast schon angewidert auf meine Hand, löste sich sanft und zog sich ihre Schuhe an. Dann begleitete sie meinen Beta.
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