Die Lektion des Gabriel①

1132 Worte

Die Audienz beim Morgenstern hatte mich zermalmt. Ich bewegte mich wie in einem Traum durch die marmornen Gänge von Merkurial. Jeder Schritt fühlte sich fremd an, als gehöre mein Körper nicht mehr mir. Die kühle, präzise Luft, die ich einst als belebend empfunden hatte, schien jetzt dünn und schal. Die synchronen Manöver der Silbergarde auf den Trainingsplätzen, einst ein Sinnbild perfekter Disziplin, wirkten jetzt wie das sinnlose Zucken eines kopflosen Insekts. Meine Kameraden bemerkten die Veränderung. „Asbeel? Bist du krank?“ „Du siehst aus, als hättest du einen Geist gesehen.“ „Es ist nichts“, sagte ich und konzentrierte mich darauf, meine Stimme gleichmäßig zu halten. „Nur eine lange Reise.“ „Der Morgenstern hat dich also empfangen? Wie war es? Hat er dir einen persönlichen Seg

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