KAPITEL EINUNDZWANZIG Gwendolyn saß auf ihrem Thron in der wiederaufgebauten Ratskammer, das Licht der ersten Morgensonne schien durch die Bleiglasfenster und malte bunte Bilder an die Wände. Sie betrachtete erstaunt die riesige Anzahl von Menschen, die sich im Saal versammelt hatten: Berater, Ratsmitglieder, Hofschranzen, Gratulanten, Adlige, Diener und Wachen, und dazu warteten Bittsteller außerhalb des Saals. Die Schlange füllte die Flure und reichte bis vor das Schloss. Es war eine alte Tradition am Tag nach der Sommersonnenwende die Bittsteller anzuhören, und auch wenn Gwendolyn erschöpft war, wollte sie die Menschen nicht enttäuschen. Sie war beeindruckt, wie prachtvoll der Saal nach der Rekonstruktion aussah. Vor nicht einmal sechs Monaten war sie hier gesessen und von kaum mehr a

