•Hailey

786 Worte
2 Stunden später und einer Nachricht von meiner Mutter mit der Adresse und einer Warnung pünktlich zu sein schaue ich in den Spiegel in Jess's Ankleidezimmer. "Und wie findest du dich?" Strahlend und zufrieden mit dem Ergebnis steht sie hinter mir. "Naja ungewohnt, bist du sicher dass das ganze Makeup nötig ist? Und das Kleid ist viel zu kurz!" "Du siehst wunderschön aus! Michaels Sohn wird seinen Augen gar nicht trauen was er für eine sexy Stiefschwester hat. Vertrau mir." Vertrau mir...2 Wörter mit denen ich mein ganzes Leben schon Kämpfe. Wie soll ich jemand anderem als mir vertrauen wenn sogar mein eigener Vater mich im Stich gelassen hat? "Jess das ist ein Kennenlernen des Freundes meiner Mutter kein Date und bitte nenne ihn nie wieder meinen Stiefbruder." "Stell dich nicht so an, du siehst hammer aus und man kann endlich mal erkennen was für ein toller Körper unter den ganzen unschönen Jeans und T-Shirts steckt." Wie soll ich den Abend nur überstehen? Das schwarze Minikleid klebt an mir wie eine zweite Haut, knallrote Lippen und perfekt gestylte Locken schauen mich im Spiegel an. Wenigstens den Kampf bezüglich der Schuhe habe ich gewonnen und anstatt dieser mörderischen Highheels zieren flache Riemchen Sandalen meine Füße. "Okay okay es hätte schlimmer sein können aber ich muss los sonst komme ich zu spät und dann hält auch das Umstyling meine Mutter nicht davon ab meinen Kopf abzureißen." "Okay aber du schreibst mir einen ausführlichen Bericht wenn du zuhause bist, sonst kann ich heute Nacht nicht schlafen und reiße dir morgen in der Uni persönlich den Kopf ab." "Zu Befehl" grinsend und mit letzten Tipps wie ich mich dem Freund meiner Mutter und seinem Sohn gegenüber verhalten soll setzt sie mich wie versprochen an meinem Auto ab. Mein kleiner rostiger Toyota sieht im Gegensatz zu mir ziemlich traurig aus aber für nichts auf der Welt würde ich ihn hergeben. Nach einer halben Stunde komme ich endlich am Restaurant an wo mir meine Schlüssel nach kurzer Diskussion vom Parkservice abgenommen werden und ich mich mit mulmigen Gefühl Richtung Eingang mache. Kaum durch die Tür getreten rast eine quirlige, überfreundliche Frau auf mich zu die mich sofort an den reservierten Tisch begleitet und holy s**t nichts und niemand hätte mich auf Micheals Sohn vorbereiten können. Noch nie in meinem Leben habe ich einen attraktiveren Mann gesehen. Meine Mutter springt sofort auf und umarmt mich fast ein wenig zu fest. "Es ist so schön das du da bist mein Schatz, und du siehst wunderschön aus. Das ist Michael und sein Sohn Dom." Michael lächelt mich freundlich an und schüttelt meine Hand. Dom schaut mich im Gegensatz dazu an als wäre ich der letzte Mensch den er sehen möchte. Wie kann er mich jetzt schon nicht leiden wenn wir uns gar nicht kennen? "Hailey deine Mutter hat mir erzählt du studierst Journalismus?" Michael lächelt mich noch immer an meine Mutter ihn und Dom ignoriert einfach alle am Tisch um in seinem Handy zu scrollen. "Ähm ja ich bin jetzt bereits im 3. Semester." "Das ist ja schön und was willst du danach machen? Hast du schon einen Job in Aussicht?" "Nein bisher nicht aber bis dahin habe ich ja noch ein wenig Zeit. Ich würde aber gerne für die New York Times arbeiten." Dom lässt ein abwertendes grunsen von sich. Sofort wirft ihm Michael einen strengen Blick zu. "Entschuldige meinen Sohn, anscheinend hat er sein Benehmen vergessen oder ihm ist ein Puck zu viel an den Kopf geschlagen worden." Augenrollend scrollt Dom weiter in seinem Handy. "Ist schon okay, ich weiß das es für andere nichts besonderes ist." Zum Glück wird die unangenehme Situation durch die Bedienung die mit unseren Vorspeisen kommt unterbrochen. "Ich habe unser Menü bereits bei der Reservierung vorbestellt, ich hoffe es macht dir nichts aus." Kaum hat Michael es ausgesprochen schon säuselt meine Mutter "Liebling du hast so guten Geschmack, wir vertrauen dir." Liebevoll schaut er meine Mutter an die etwas errötet und mir fällt auf, dass ich sie noch nie so glücklich gesehen habe. Und für dieses Glück kann ich auch diesen Abend durchstehen. "Dom wie läuft es denn bei dir? Hast du dich gut ins Team integriert?" Hoffnungsvoll schaut meine Mutter zu ihm rüber. "Nett das du fragst Linda, bei mir ist alles perfekt." Überfreundlich antwortet er meiner Mutter und wieder frage ich mich was habe ich ihm getan. Nach einer gefühlt niemals endenden Zeit bei wirklich gutem Essen und Gesprächen die quasi nur durch Michael und meiner Mutter angetrieben wurden verabschieden wir uns vor dem Eingang des Restaurants. Ich kann es kaum erwarten endlich nach Hause zu fahren und anscheinend bin ich nicht die einzige, Dom sprintet zu seinem Auto ohne mir einen weiteren Blick zu würdigen.
Kostenloses Lesen für neue Anwender
Scannen, um App herunterzuladen
Facebookexpand_more
  • author-avatar
    Schriftsteller
  • chap_listInhaltsverzeichnis
  • likeHINZUFÜGEN