Episode 30

1798 Worte

Kapitel 30: Stille, die schreit Die Stille begann zu zittern. Nicht allmählich. Nicht mit der Vorsicht des Frühlings, der sich an den Winter klammerte. Sie zitterte einfach — an den Stellen, wo sie am dichtesten war, am schwersten, am nächsten an dem, was unter ihr lag. Esther stand in der Mitte der Brücke. Die Stille der Brücke hörte noch, aber anders, intensiver, als ob sie sich konzentrierte, als ob sie sich verdichtete, als ob sie — Sie spürte etwas anderes. Nicht die Stille. Nicht den Atem. Nicht das Gesicht, das nicht aufhörte. Etwas, das lauter lag. Das sich erhob, ohne zu steigen. Das fiel, ohne zu sinken. Das zwischen dem Steigen und dem Sinken lag, zwischen dem Hören und dem — Sie spürte — Schrei. Nicht ihren eigenen. Nicht den von Levi. Nicht den der Toten, der Lebenden,

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