Kapitel 22

2287 Worte

Aus irgendeinem Grund glaubte sie ihm kein einziges Wort. Weder den Teil über den Vater noch erst recht den Teil, dass er ihn nicht liebte. Marika hatte unzählige Patienten behandelt. Sie hatte sich die Geständnisse junger Liebender angehört, trauernder Witwen, verlassener Ehemänner und Menschen, die mit Reue lebten, die sie niemals laut auszusprechen wagten. Manche logen, um diejenigen zu schützen, die sie liebten. Doch die schwersten Lügen zu verbergen waren stets jene, die Menschen sich selbst erzählten. Ihr Blick glitt zu der dampfenden Suppe hinab. Was Bai Yun gesagt hatte, klang weniger nach der Wahrheit als nach den verzweifelten Worten eines Menschen, der versuchte, sich selbst zum Loslassen zu zwingen. Als hoffte er, dass sie irgendwann Wirklichkeit würden, wenn er sie nur o

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