Die Reise der Jungen
Bei Morgengrauen brachen Aron, Lira und Nyx auf. Zwanzig Krieger begleiteten sie – die Besten des Rudels. Elara und Lucian standen am Rand des Tals und sahen zu, wie ihre Kinder zwischen den Bäumen verschwanden.
Aron führte. Sein Schritt war ruhig, bedacht. Lira ging neben ihm, die Augen überall – sie plante bereits Routen, Fallen, Rückzugspfade. Nyx lief voraus, die Nase am Boden, die Ohren gespitzt.
Der Weg nach Süden führte durch dichte Wälder, über Flüsse, vorbei an verlassenen Menschendörfern. Am dritten Tag erreichten sie die ersten Ruinen: Eine alte Tempelanlage, überwuchert von Efeu und Moos. Säulen ragten wie Knochen aus der Erde.
„Hier“, sagte Lira und deutete auf eine Inschrift. „Das erste Amulett liegt im Herzen.“
Sie drangen ein. Fallen schnappten: Steine fielen herab, Pfeile schossen aus Wänden. Aron löste Rätsel mit Logik, Lira fand versteckte Hebel, Nyx zerbrach Türen, die sich nicht öffnen ließen.
Im innersten Raum lag das Amulett auf einem Altar: Golden, mit einem Wolfskopf, dessen Augen rubinrot glühten.
Doch als Nyx danach griff, erwachte der Wächter: Ein steinerner Wolfsgolem, Augen glühend.
Der Kampf war brutal. Nyx sprang ihn an, Krallen funken an Stein. Aron deckte sie, Lira fand Schwachstellen. Schließlich zerbrachen sie den Golem – doch beim Verlassen griff ein Verräter an: Einer aus Kaels alten Nomaden, der sich dem Lord angeschlossen hatte.
„Ihr werdet nie entkommen“, knurrte er.
Nyx biss ihm die Kehle durch. „Doch“, sagte sie kalt.
Sie flohen mit dem Amulett – aber die Jagd hatte begonnen.