Nur fünf Tage ließ die Königin warten, bis sie Mornay unauffällig zu sich rief. Er kam zu Fuß und fand Elisabeth allein vor ihrem Tisch mit Büchern. Im Schloß war er niemandem begegnet. Diesen Umstand benutzte der Diplomat, er rühmte die glückliche Lage einer Monarchie, die kein Heerlager war und an den Türen keine Doppelposten stellte; sondern in ihren gerechten Einrichtungen fand sie ihr Heil. Elisabeth, die ihn gnädig begrüßt hatte, senkte nach seinen ersten Sätzen den Kopf so weit, daß sie von unten blicken und ihn stumm befragen konnte, was er in Wahrheit meinte. Über ihre Sicherheit wachte sie, ob ihre Soldaten jedem gleich in den Weg traten oder nicht: natürlich wußte er es. Er dachte nur zu seinem Gegenstand zu kommen, daß sein Herr, der König von Frankreich, ein Zeitalter des inne

