Du Perron reichte dem König die Fingerschale, verneigte sich und bat um die Erlaubnis, ein Lied zu singen – ungewöhnlich für einen Kirchenfürsten, daher horchte man auf. Der Kardinal sang dem König in das Ohr: es war nicht viel, es schien sehr zart, der König bekam feuchte Augen. An den oberen Enden der beiden Tafeln erlauschte man diese wenigen Worte: »Die Lippen sind Korallen, die Zähne Elfenbein. Verführerisches Doppelkinn!« Da nun der König weinte, begriffen zuerst die Näheren, dann die Ferneren, wem das Lied galt. Einer nach dem andern erhob sich, zuletzt standen alle stumm hingewendet und huldigten dem Glück des Königs, vorher hatten sie nur Beifall geklatscht. Das Gleichnis seines Glückes hieß Gabriele: dessen wurden sie meistens gewahr, die Beschränktesten wenigstens infolge der g

