Die zweite Bindung schlief nicht. Lyra erfuhr das noch vor der Morgendämmerung, als die Welt noch zwischen Nacht und Morgen gefangen war und selbst der Wald den Atem anzuhalten schien. Sie lag steif auf der schmalen Pritsche in den Gästequartieren und starrte auf die dunklen Holzbalken über sich, während die Bindung unter ihrer Haut pulsierte wie ein lebendiges Wesen. Sie schlug nicht mehr in gewaltsamen Ausbrüchen zu noch nicht aber sie bewegte sich. Verlagerte sich. Testete. Rastlos. Jeder Puls trug eine Empfindung in sich: Hitze, die tief in ihrem Bauch aufblühte, eine messerscharfe Wachsamkeit, ein Zug, der nicht physisch war und sich doch unabweisbar anfühlte, als hätte eine unsichtbare Hand sich um ihre Wirbelsäule gelegt und zöge sanft aber beharrlich. Zu ihm hin. Lyra ballt

