SIENNAS PERSPEKTIVE Ich sah es, noch bevor Nigel den Mund aufmachte – die Angst. Sie lag in seinen Augenwinkeln, zuckte unter seiner Haut und ließ seinen Kiefer verkrampfen, als würde er etwas Scharfes verschlucken. Er sah aus wie ein Mann, der bei etwas ertappt wurde, was er nicht hätte tun sollen, wie ein Mann, der Angst hatte, die Wahrheit könnte den Raum betreten und ihm eine Ohrfeige verpassen. Und anscheinend war ich heute die Wahrheit. Das Licht in der Lobby tauchte alles in ein sanftes Goldlicht, doch nichts an diesem Moment fühlte sich warm an. Die Luft war wie Glas, jederzeit zerbrechend. Die Rezeptionistin hatte ihren Stuhl bereits leicht gedreht und tat so, als höre sie nicht zu, doch ihre Augen flackerten wie eine defekte Glühbirne – als wüsste sie nicht, ob sie den Sicherh

