10 Elftes Kapitel Chelle Ich schlafe bis zehn. Ich bin nicht daran gewöhnt, nackt zu schlafen. Oder wund und herrlich benutzt aufzuwachen. Das fühlt sich alles köstlich verrucht an. Ich räkle mich in Nikolais wundervoll bequemem Bett und schaue mich um. Er ist nicht mehr im Schlafzimmer. Ich kann Geräusche aus dem Wohnzimmer hören. Etwas in mir möchte sich im Schlafzimmer verstecken. Vielleicht noch ein bisschen schlafen und die Unbehaglichkeit herauszögern, aber ich ertappe mich dabei, von Nikolais Gegenwart wie angezogen zu sein. Obwohl ich zwei Koffer mit meinen eigenen Anziehsachen dabei habe, öffne ich eine Schublade seiner Kommode und nehme eins seiner weichen Unterhemden heraus, ziehe es über und tapse ins Wohnzimmer. Über Nacht hatte ich vergessen, was Nikolai ist, aber jetzt

