Chelle Ich muss meine Sachen aus Nikolais Wohnung holen, aber ich bin noch nicht bereit, ihn wiederzusehen. Noch immer tue ich so, als ob alles in Ordnung wäre. Dass jeder Tag normal ist, genau wie alle Tage, bevor ich Nikolai kennengelernt habe. Ich verdopple mein Training in den Spinning-Kursen und denke mir eine Ausrede aus, um mittwochabends nicht ins Red Room zu müssen, schicke Shanna vage Nachrichten, dass ich viel zu tun hätte. Ich will nicht – kann nicht – Zeit mit jemandem verbringen, der über Gefühle sprechen will. Ich arbeite sehr hart daran, keine zu haben. Am Sonntagnachmittag steht Shanna mit zwei Einkaufstüten voller Brunchzutaten vor meiner Tür. „Was machst du hier?“, frage ich und weiche einen Schritt zurück. „Du brauchst mich. Das spüre ich.“ Sie mustert mich kritisc

