9 Nachdem sie aus dem Krankenhaus entlassen worden war, zog Naomi bei Belita und Chuy ein. Belitas Hartnäckigkeit war unnötig, wenn auch absehbar gewesen: Naomi war froh, bei ihnen einzuziehen. In den nächsten paar Wochen ging sie wie versprochen mit Belita zur Messe. Es war gar nicht so schlimm. Das Stehen und Knien während des Gottesdienstes war nervig, aber das Gemurmel der Gebete, das durch die große Kirche hallte, war eigentlich ziemlich beruhigend, selbst wenn sie auf spanisch waren und sie keine Ahnung hatte, was sie bedeuteten. Naomi ging zum fünften Mal an diesem Nachmittag an der Glastür des Bürogebäudes vorbei. Sie fühlte sich viel besser und hatte es hinausgezögert, zum Psychologen zu gehen, weil sie glaubte, sie würde ihn letztendlich doch nicht brauchen. Als sie allerdings

