Kapitel 82 – Unter dem Feuerschein

1005 Worte

In der Hütte herrschte Totenstille. Nur das Feuer knisterte – leise, wachsam, als fürchtete es die eingetretene Stille. Anna stand mit dem Rücken zur Wand, ihre Brust hob und senkte sich, ihre Hand zitterte noch immer von dem Messer, das sie umklammert hatte und Leonas Kehle nur knapp verfehlt hatte. Der Boden zeigte die Blutspur von Leonas Schulter. Alexander hatte bereits einen Stoffstreifen darum gebunden, doch sein Blick blieb unverwandt auf Anna gerichtet. „Sag etwas“, murmelte er. Keine Aufforderung – nur eine Bitte. Anna antwortete nicht. Ihre Augen waren glasig. Nicht leer – dafür war sie zu gedankenverloren. Aber es war die Stille von jemandem, der sich selbst entwirrt und neu fädelt, Stich für Stich. Alexander trat einen Schritt vor. Sie zuckte zusammen. Es brachte ihn um.

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