Kapitel 74: Das zerbrochene Siegel

1555 Worte

Der Wald war zu still. Mondlicht fiel sanft durch die silbernen Blätter des alten Hains, doch selbst es wirkte gedämpft—als hielte die Welt selbst den Atem an. Keine Vögel sangen ihr Abendlied. Keine Äste raschelten im Wind. Nur diese schwere, erdrückende Stille schwebte über der Lichtung, auf der Caleb lag, bewusstlos, aber noch atmend. Sein blasses Gesicht, von dunklen Locken umrahmt, wirkte unheimlich still im schwachen Schimmer des vom Geisterlicht getränkten Mondes. Aria kniete an seiner Seite, eine Hand sanft auf seiner Brust, spürte jeden keuchenden Herzschlag, als könnte er plötzlich aufhören. Mit der anderen streifte sie ihm das verschwitze Haar von der Stirn. Schweißperlen glitzerten dort, ihre Berührung hinterließ eine feuchte Spur. Der Druck in der Lichtung war schwer genug,

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