Selenes Sicht Der Mond war noch nicht aufgegangen, doch irgendetwas in mir fühlte sich von seinem geisterhaften Schein angezogen – als würde die Nacht selbst an meinen Knochen zerren und flüstern: Beweg dich, beweg dich, beweg dich. Vielleicht war das der Grund, warum es sich so einfach und gleichzeitig so schwer anfühlte, aus Ethans Gebiet zu entkommen. Einfach, weil mich niemand wirklich sah – nicht die Wachen am westlichen Bergrücken, nicht die patrouillierenden Späher, nicht einmal die Wölfe mit ihren feinen Nasen und noch feineren Instinkten. Schwer, weil … Ethan. Weil der Hauch seiner Berührung noch immer auf meiner Haut lag. Weil sein Duft an mir haftete wie ein Geheimnis, das ich nicht haben sollte. Ich verdrängte all das. Vergrub es tief. Heute Nacht ging es nicht um Sehnsuc

