Wo Nina die Nerven verliert, wo Selene vor Brillanz nur so strotzt, wo Ethan anfängt, zu viel zu sehen. Der Tag ging in die Nacht über wie eine Wunde. Red Moon verstummte auf jene unheimliche Weise, wie es nur vor einem Sturm der Fall war – die Höfe verdunkelten sich, die Fackeln flackerten wie nervöse Herzschläge, die Rudelhäuser summten von der unruhigen Energie, die nur Wölfe spüren konnten. Selene ging mit einem Stapel gefalteter Wäsche den inneren Korridor entlang, doch ihre Gedanken schweiften meilenweit ab. Jeder Gedanke war eine Last, die sie nicht abzuschütteln schien. Ethans Stimme. Seine Augen. Seine Fragen. Sein Angebot des Schutzes – ein Versprechen, das sie hätte auslachen, unterdrücken, sofort ablehnen sollen … aber nicht hatte. Und genau dieser Riss ängstigte sie am

