XIV.Somnitz brachte die Nacht in fieberhafter Erregung zu, die widersprechendsten Gefühle bestürmten ihn, Bilder auf Bilder jagte die erregte Phantasie vor seine Seele, er konnte zu keinem Entschlusse kommen, wie er sich mit Ehren und ohne daß er seinen Schritt schmerzlich bereue, aus der Lage ziehen könne, in die ihn sein allzuwarmes Herz gebracht. Es kämpften in ihm die zwei Naturen, die Walter so richtig gekennzeichnet: die künstliche Natur des in aristokratischem Denken erzogenen Mannes mit der warmen Empfindung des natürlichen Menschen, der eine wärmere Sonne für sein Herzensglück fordert, als die, welche durch die Drahtgitter aller möglichen gesellschaftlichen Rücksichten scheint. Er fühlte, daß er Anna mit aller Sehnsucht des Herzens liebe, und daß er sich auch schon an sie gebunde

