Der Morgen kroch in dünnen, grauen Schleiern durch die Festung und ließ jeden Steinkorridor kälter erscheinen, als er tatsächlich war. Serena schreckte hoch – ihr Herz raste, ihr Atem ging stoßweise –, doch sie konnte sich nicht an den Traum erinnern, der sie aus dem Schlaf gerissen hatte. Nur ein Bild blieb ihr im Gedächtnis: Damon, allein im Mondlicht stehend, wie ein Mann, der einen Krieg in sich trug. Langsam richtete sie sich auf, rieb sich die Arme gegen die Kälte und zwang sich zu einem gleichmäßigen Atemzug. Heute, versprach sie sich, würde sie vorsichtig sein. Heute würde sie ihn nicht provozieren. Heute würde sie ihn überleben. In den frühen Morgenstunden herrschte Stille in der Festung. Die Küchenangestellten bewegten sich wie Schatten, ihr Flüstern war gedämpft, aber unverkennb

