Kapitel 3

1948 Worte
Der Schnee fiel dichter jetzt, eine weiße Wand, die das Schloss Silbermond von der Welt abschnitt. Phoebe stand im Gang vor der schweren Eichentür, die noch immer nach George roch, nach Schweiß, nach s*x, nach dem Band, das sie aneinander kettete wie eine Kette aus glühendem Eisen. Cates hielt sie fest umarmt, doch die Umarmung fühlte sich an wie ein Abschied. „Wir müssen weg“, flüsterte Cates. „Heute Nacht. Bevor er aufwacht.“ Phoebe schüttelte den Kopf. Ihre Lippen waren geschwollen von seinen Küssen, ihre Schenkel klebten noch von ihm. „Er wacht nicht. Er wartet. Er hat mich gehört, als ich die Tür geöffnet habe. Er weiß, dass ich hier bin.“ Cates Augen weiteten sich. „Dann laufen wir jetzt. Sofort.“ „Wohin?“ Phoebes Stimme brach. „Das Rudel kontrolliert die Pässe. Die Wachen sind verdoppelt worden, seit er hier ist. Und das Band... es zieht mich zurück. Jeder Schritt weg von ihm fühlt sich an, als würde mir das Herz herausgerissen.“ Cates biss sich auf die Lippe. „Dann kämpfen wir. Wir gehen zu Vater. Wir sagen ihm die Wahrheit über George. Dass er plant, mich zu benutzen und wegzuwerfen. Dass er... dich will.“ Phoebe lachte leise, hysterisch. „Vater würde mich eher töten, als zuzugeben, dass sein Bastardkind etwas wert ist. Und George? Er würde es leugnen. Oder schlimmer. Er würde behaupten, ich hätte ihn verführt. Eine unmarked Dienerin, die den Prinzen des Nordens in Versuchung führt. Das Rudel würde mich steinigen.“ Cates schwieg. Die Wahrheit hing schwer zwischen ihnen. Dann hörten sie es. Schwere Schritte. Langsam. Bedächtig. Näher kommend. Cates erstarrte. Phoebe spürte, wie ihr Puls in den Ohren donnerte. Die Schritte hielten vor der Tür an. Die Klinke bewegte sich. George trat heraus. Er hatte sich angezogen, das schwarze Hemd locker über der Brust, die Hose noch nicht ganz zugeknöpft. Sein Haar war zerzaust, seine Lippen rot von ihren Bissen. Doch seine sturmgrauen Augen waren klar, wach, tödlich ruhig. „Ihr beide“, sagte er leise. „Wie rührend.“ Cates stellte sich schützend vor Phoebe. „Lasst sie gehen. Nehmt mich. Tut mit mir, was Ihr wollt. Aber lasst sie in Ruhe.“ George neigte den Kopf. Ein Lächeln spielte um seine Mundwinkel, kalt und hungrig. „Du bietest dich an, kleine Luna? Wie edel. Aber ich habe bereits, was ich will.“ Sein Blick glitt über Phoebe, langsam, besitzergreifend. „Und ich teile nicht.“ Phoebe trat vor. „Dann nimm mich. Öffentlich. Vor dem ganzen Rudel. Markiere mich. Mach mich zu deiner Gefährtin. Aber lass Cates frei.“ George lachte leise. Das Geräusch vibrierte durch den Gang wie Donnergrollen. „Du denkst, du kannst verhandeln?“ Er trat näher. „Du denkst, du hast Macht?“ „Ich habe das Band“, flüsterte Phoebe. „Und du willst es. Du brauchst es. Sonst wärst du nicht hier. Sonst hättest du mich nicht genommen.“ Sein Lächeln erstarb. Etwas Dunkles flackerte in seinen Augen. „Vorsichtig, Phoebe. Du spielst mit Feuer.“ „Ich brenne bereits“, erwiderte sie. Einen Moment lang herrschte Stille. Nur das leise Prasseln des Schnees gegen die Fenster und das schwere Atmen dreier Menschen. Dann packte George Phoebe am Handgelenk. Nicht brutal. Doch unnachgiebig. „Mitkommen“, befahl er. Cates wollte eingreifen, doch George warf ihr nur einen Blick zu. „Bleib, wo du bist, Luna. Oder ich lasse deinen Vater dich in Ketten legen, bis die Paarungszeremonie beginnt.“ Cates wich zurück, Tränen in den Augen. George zog Phoebe mit sich den Gang hinunter, tiefer in den Turm, eine Wendeltreppe hinauf, die kaum jemand benutzte. Die Stufen waren schmal, der Stein glitschig vom Frost. Phoebe stolperte, doch er fing sie auf, presste sie kurz gegen die Wand, sein Körper hart an ihrem. „Du zitterst“, murmelte er an ihrem Ohr. „Vor Hass“, log sie. „Vor Verlangen“, korrigierte er. Oben angekommen stieß er eine schwere Tür auf. Ein großer Raum. Kerzen brannten in Eisenhaltern. Ein breites Bett mit dunklen Fellen. Ein Kamin, in dem ein Feuer loderte. Und Fenster, die auf die verschneite Landschaft blickten, weiß und endlos. George schloss die Tür. Der Riegel fiel mit einem dumpfen Knall. Er ließ ihr Handgelenk los. „Zieh dich aus“, sagte er ruhig. Phoebe starrte ihn an. „Nein.“ „Doch.“ Er trat einen Schritt näher. „Oder ich tue es für dich.“ Sie wich zurück, bis ihre Kniekehlen gegen die Bettkante stießen. „Du kannst mich nicht zwingen.“ „Ich muss dich nicht zwingen.“ Seine Stimme wurde tiefer. „Das Band zwingt dich schon.“ Er hatte recht. Ihr Körper reagierte bereits. Ihre Brustwarzen wurden hart unter dem zerrissenen Stoff. Zwischen ihren Schenkeln wurde sie feucht. Das Band summte, drängte, bettelte. Phoebe schloss die Augen. Tränen liefen über ihre Wangen. „Warum tust du das?“, flüsterte sie. „Weil du mir gehörst.“ Er kam näher. Langsam. Wie ein Raubtier, das weiß, dass die Beute nirgendwohin kann. Seine Finger strichen über ihren Hals, hinunter zu ihrem Schlüsselbein. Phoebe erschauderte. „Zieh. Dich. Aus.“ Ihre Hände zitterten, als sie den Stoff über ihren Kopf zog. Das zerrissene Kleid fiel zu Boden. Sie stand nackt vor ihm. Blass. Mit blauen Flecken von seinen Händen. Mit roten Malen von seinen Zähnen. Und doch... schön. Auf eine wilde, zerbrochene Art. George atmete scharf ein. Seine Pupillen weiteten sich. „Du bist perfekt“, murmelte er. Er zog sich das Hemd über den Kopf. Muskeln spielten unter seiner Haut. Narben zogen sich über seine Brust, alte Kämpfe, alte Siege. Er öffnete die Hose, ließ sie fallen. Sein Glied stand hart und schwer vor ihm, die Spitze bereits feucht. Phoebe schluckte. George packte sie an den Hüften, hob sie hoch, warf sie aufs Bett. Die Felle waren weich, warm vom Feuer. Er folgte sofort, drückte ihre Handgelenke über ihrem Kopf fest. „Sag mir, dass du mich nicht willst“, raunte er. „Ich will dich nicht“, log sie. „Lügnerin.“ Er küsste sie. Hart. Brutal. Seine Zunge drang in ihren Mund, nahm alles, was sie hatte. Phoebe biss zu. Er knurrte, biss zurück. Blut schmeckte nach Kupfer zwischen ihnen. Seine freie Hand glitt über ihren Körper. Über ihre Brüste, kniff in die Warzen, bis sie aufkeuchte. Tiefer. Über ihren Bauch. Zwischen ihre Beine. Er fand sie nass. Glitschig. Bereit. „Sag es noch einmal“, forderte er. „Ich... will dich nicht.“ Er schob zwei Finger in sie. Tief. Phoebe schrie auf, bog sich ihm entgegen. „Lauter.“ „Ich will dich nicht!“ Er krümmte die Finger, traf diesen Punkt in ihr. Phoebe keuchte, ihre Hüften zuckten unkontrolliert. „Du lügst so schön“, murmelte er. Er zog die Finger heraus, leckte sie ab, schmeckte sie. Dann senkte er den Kopf, nahm ihre Brustwarze in den Mund. Saugte. Biss. Wieder und wieder, bis sie wimmerte. Seine Hand wanderte zurück zwischen ihre Beine. Diesmal drei Finger. Er dehnte sie, bereitete sie vor. Phoebe wand sich, halb vor Schmerz, halb vor Lust. „Bitte“, keuchte sie. „Bitte was?“ „Hör auf.“ „Oder?“ „Oder... nimm mich.“ George hob den Kopf. Seine Augen waren schwarz vor Lust. „Sag es richtig.“ „Nimm mich, George. Bitte.“ Er grinste. Raubtierhaft. Triumphierend. Er positionierte sich zwischen ihren Beinen. Die Spitze seines Gliedes drückte gegen ihren Eingang. Phoebe hielt den Atem an. Langsam. Quälend langsam drang er ein. Phoebe schrie. Er war zu groß. Zu hart. Zu viel. Doch das Band sang. Es öffnete sie. Es machte sie bereit. Zentimeter für Zentimeter füllte er sie aus, bis er vollständig in ihr war. George hielt inne. Schweiß perlte auf seiner Stirn. Seine Arme zitterten vor Selbstbeherrschung. „Spürst du mich?“, flüsterte er. „Jeden verdammten Zentimeter“, keuchte sie. Er begann sich zu bewegen. Langsam zuerst. Tiefe, kontrollierte Stöße. Jeder zog ein Stöhnen aus ihrer Kehle. Phoebe krallte sich in seinen Rücken, Nägel gruben sich in seine Haut. Er zischte vor Lustschmerz. Schneller. Härter. Das Bett knarrte. Das Feuer prasselte. Der Schnee schlug gegen die Scheiben. George packte ihre Hüften, hob sie an, drang tiefer. Ein neuer Winkel. Ein neuer Punkt. Phoebe schrie seinen Namen. „George!“ „Lauter.“ „George!“ Er beugte sich hinab, biss in ihre Schulter. Nicht die Markierung. Noch nicht. Aber nah. So nah. Seine Stöße wurden wilder. Unkontrolliert. Animalisch. Phoebe kam zuerst. Ihr Körper spannte sich an, explodierte. Wellen um Wellen von Lust rollten durch sie. Sie schrie, schluchzte, klammerte sich an ihn. George folgte Sekunden später. Tief in ihr ergoss er sich, heiß, pulsierend. Sein Körper zitterte. Ein tiefes, animalisches Knurren entrang sich seiner Kehle. Sie blieben so. Verbunden. Schwer atmend. Zerstört. Doch George war noch nicht fertig. Er zog sich zurück. Nur um sie umzudrehen. Auf alle Viere. „Noch nicht“, murmelte er. Phoebe keuchte. „Ich kann nicht mehr.“ „Doch. Du kannst.“ Er drang von hinten in sie ein. Diesmal tiefer. Härter. Seine Hand glitt um sie herum, fand ihre empfindlichste Stelle, rieb sie im Takt seiner Stöße. Phoebe schrie. Tränen liefen über ihr Gesicht. Lust und Schmerz verschmolzen zu etwas Überwältigendem. „Sag, dass du mir gehörst“, forderte er. „Ich gehöre dir“, schluchzte sie. „Noch einmal.“ „Ich gehöre dir, George!“ Er beschleunigte. Sein Atem ging stoßweise. Seine Finger bewegten sich schneller. Phoebe kam wieder. Diesmal so intensiv, dass sie schwarz sah. Ihr Körper zuckte unkontrolliert. George hielt sie fest, stieß weiter, bis auch er kam. Wieder. Tief in ihr. Sie brachen zusammen. Erschöpft. Verschwitzt. Befriedigt. George zog sie an sich. Seine Arme umschlangen sie wie Ketten. „Du wirst niemals fliehen“, flüsterte er. Phoebe schloss die Augen. Tränen tropften auf seine Brust. „Ich weiß.“ Doch in ihrem Inneren brannte etwas anderes. Kein Hass mehr. Keine reine Kapitulation. Wut. Entschlossenheit. Sie würde kämpfen. Nicht gegen das Band. Sondern für Cates. Für sich selbst. Und wenn es bedeutete, George zu zerstören, dann würde sie es tun. Draußen heulte der Wind. Der Schnee fiel weiter. Im Schloss regte sich etwas. Lord Harlan hatte Wind bekommen. Von Dienern. Von Wachen. Von Gerüchten. Der Alpha war wütend. Die Paarungszeremonie war in drei Tagen. Und niemand wusste, wer am Ende die Luna sein würde. George küsste Phoebes Schläfe. „Schlaf“, murmelte er. Phoebe tat, als würde sie einschlafen. Doch ihre Augen blieben offen. Sie wartete. Auf den Moment. Auf die Chance. Auf den Verrat. Denn das Band mochte sie aneinander binden. Doch es machte sie nicht blind. Und Phoebe war alles andere als besiegt. Der Morgen kam langsam. Grau. Kalt. Unerbittlich. Und mit ihm kam der nächste Schlag. Cates wurde in den Kerker gebracht. Lord Harlan hatte entschieden. Die Zeremonie würde stattfinden. Mit Cates. Und Phoebe würde zusehen. Gefesselt. Geknebelt. Zeugin des Untergangs der einzigen Person, die sie je geliebt hatte. Doch in der Dunkelheit ihrer Zelle, während George oben schlief, schmiedete Phoebe einen Plan. Einen gefährlichen. Einen tödlichen. Sie würde das Band benutzen. Sie würde ihn benutzen. Und wenn der Moment kam, würde sie zustoßen. Mit dem Dolch, den sie in der vergangenen Nacht unter den Fellen versteckt hatte. Ein kleiner Dolch. Silbern. Mit Mondsichelgriff. Der Dolch ihrer Mutter. Der Dolch, den niemand je gefunden hatte. Bis jetzt. Phoebe lächelte in die Dunkelheit. Der Sturm war noch nicht vorbei. Er hatte gerade erst begonnen. Und am Ende würde nur einer überleben. Sie oder er. Oder keiner von beiden.
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