Kapitel 2-3

561 Worte
Als Sula ihm hinterhergerufen hatte, war ihr Blick auf das Labyrinth aus Narben auf seinem Rücken gefallen. Sobald er sich zu ihr umgedreht hatte, fielen ihr noch mehr an seinen kräftigen Armen und seiner Brust auf, aber es war die auf seiner linken Wange, die ihr die Sprache verschlug. Sie verspürte den Drang, die Narbe mit ihren Fingern zu berühren. Was war ihm auf dem Planeten, den er Heimat nannte, widerfahren? Sie rührte sich nicht, bis er verschwunden war. Sie schüttelte ihr Kleid aus, ehe sie es wieder überzog. Dabei fiel ihr Blick auf eine Kette, die neben dem Felsen, von dem Destin Parks seine Kleidung aufgeklaubt hatte, im Sand lag. Sie runzelte die Stirn. Sie ging hinüber, hob die Kette auf und strich mit ihren Fingern den Sand von dem kleinen ovalen Medaillon. Auf der Vorderseite waren fremde Symbole eingraviert, die Schrift der Menschen. Das Medaillon schien sich öffnen zu lassen, aber Sula war sich nicht sicher, ob sie versuchen sollte es zu öffnen. Sie kaute unentschlossen auf der Unterlippe und sah in die Richtung, in die Destin verschwunden war. »Wem kann es schaden?«, murmelte sie mit einem Schulterzucken. Sie brauchte einen Moment, ehe sie herausgefunden hatte, wie man den Verschluss öffnete. Es war nur ein winziger Haken, der das Medaillon geschlossen hielt. Sobald er gelöst war, ließ sich der Anhänger öffnen. Auf der einen Seite war das Bild eines jungen, dunkelhaarigen kleinen Mädchens zu sehen, das sie anlächelte. Mit gerunzelter Stirn betrachtete sie das zweite Bild, das leicht verblasst war. Es zeigte eine ältere Frau. Sie hatte das gleiche dunkle Haar und die gleichen leuchtenden Augen, wie das kleine Mädchen, und wie Destin. Als Sula das Medaillon umdrehte, sah sie auf der Rückseite eingravierte Zahlen. Sula wusste, dass die Bilder von Destins Familie sein mussten. Vorsichtig schloss sie es wieder. Das lange Lederband hatte am Ende einen Verschluss und Destin musste das Medaillon abgenommen haben, bevor er schwimmen gegangen war. Ihr Blick glitt zurück zum Wasser. Für einen Moment spürte sie wieder seine Lippen auf ihren und seine starken Hände an ihrer Taille. Ihre Lider flackerten und sie musste leise stöhnen, als sie sich an das Gefühl von seinem Körper an ihrem erinnerte. Sie hatte noch nie zuvor eine solche Reaktion auf einen Mann gespürt und es überraschte sie. Vor allem, wenn man bedachte, wer er war und wie er bei ihrer ersten Begegnung auf sie reagiert hatte. Es war irgendwie surreal. Sula legte sich die Kette um. Sie hatte keine Taschen und wollte nicht riskieren, die Kette zu verlieren. Sie würde herausfinden, wo Destin wohnte, und sie ihm dann durch einen Boten zukommen lassen. Sie ging durch den Durchgang zwischen den Felsen und folgte dem Weg, den sie gekommen war, zurück, nur diesmal etwas langsamer. Mit zitternden Fingern hob sie ihre Hand und berührte das Medaillon. »Naja, jetzt weiß ich immerhin, dass Destin Parks auf seinem Planeten nicht gestorben ist. Aber ich würde zu gerne wissen, warum er hier auf Rathon ist«, flüsterte sie und starrte den langen Strand hinab. »Hat er vor hierzubleiben oder wieder auf seinen Planeten zurückzukehren.« Sie konnte ein zunehmendes Gefühl von Dringlichkeit spüren, als sie sich ihrem Transporter näherte. Sie brauchte Antworten. Es könnte eine Weile dauern, bis sie sie gefunden hatte, aber sie war hartnäckig und sie würde nicht aufgeben, bis sie herausgefunden hatte, was sie über einen bestimmten Menschenmann wissen wollte.
Kostenloses Lesen für neue Anwender
Scannen, um App herunterzuladen
Facebookexpand_more
  • author-avatar
    Schriftsteller
  • chap_listInhaltsverzeichnis
  • likeHINZUFÜGEN