Die gesamte Lobby verstummte.
Sogar die Reporter draußen wirkten plötzlich leiser.
Elara starrte Adrian schockiert an.
Ihr Ehemann.
Die Worte hallten laut in ihrer Brust wider.
Die Ermittlerin hob langsam eine Augenbraue. „Sie sind bereits verheiratet?“
„Noch nicht offiziell“, antwortete Adrian ruhig. „Aber rechtlich vertrete ich ab diesem Moment ihre Interessen.“
Die Ermittlerin erkannte Macht eindeutig, wenn sie sie sah.
Und Adrian Connick besaß genug Macht, um selbst Regierungen nervös zu machen.
Trotzdem wich sie nicht zurück.
„Bei dieser Untersuchung geht es um Millionen von Dollar.“
„Und meine Anwälte werden vollständig kooperieren“, erwiderte Adrian gelassen. „Aber Miss Whitmore wird ohne rechtlichen Beistand nicht verhört.“
Elara blickte schweigend zu ihm auf.
Warum beschützte er sie so sehr?
Sie kannten sich kaum.
Und trotzdem stand Adrian vor ihr, als würde er jeden vernichten, der versuchte, ihr wehzutun.
Die Ermittlerin musterte ihn noch einen langen Moment, bevor sie schließlich einmal nickte.
„In Ordnung. Aber niemand verlässt die Stadt, bis diese Untersuchung abgeschlossen ist.“
Victor Whitmore sah aus, als würde er vor Erleichterung zusammenbrechen.
„Danke“, flüsterte er schwach.
Die Ermittlerin übergab eine Visitenkarte, bevor sie gemeinsam mit den anderen Beamten wegging.
In dem Moment, als sie oben verschwand, explodierte die Spannung in der Lobby erneut.
Mitarbeiter begannen lauter zu flüstern.
Reporter drückten Kameras gegen die Glastüren des Eingangs.
Alle starrten Elara an.
Betrugsverdächtige.
Zukünftige Mrs. Connick.
Öffentlicher Skandal.
Ihre Brust zog sich schmerzhaft zusammen.
„Das ist schlimm“, murmelte Victor zitternd und fuhr sich erschöpft durchs Gesicht. „Das ist wirklich, wirklich schlimm.“
„Wo sind die Finanzunterlagen?“ fragte Adrian sofort.
Victor blinzelte. „Was?“
„Die Originalunterlagen. Kreditakten. Transaktionsberichte.“
Victor zögerte.
Und dieses Zögern verriet Adrian alles.
„Sie haben sie nicht“, sagte Adrian tonlos.
Victor sah beschämt aus. „Serena hat sich um die meisten privaten Konten gekümmert.“
Elara schloss langsam die Augen.
Natürlich hatte sie das.
Adrians Gesichtsausdruck verdunkelte sich gefährlich.
„Sie hat das geplant.“
Victor sah entsetzt aus. „Sie glauben, Serena hat der Firma die Schuld gegeben?“
„Nein“, korrigierte Adrian kalt. „Ich glaube, sie hat sie ausgeraubt.“
Die Worte schlugen ein wie eine Bombe.
Elaras Magen verkrampfte sich heftig.
Egal wie sehr sie Serena nicht mochte…
es laut ausgesprochen zu hören machte alles erschreckend real.
Victor sank schwach auf einen Stuhl.
„Das würde sie niemals…“
Aber selbst er klang unsicher.
Adrian wandte sich Ethan zu. „Finden Sie Serena Whitmore.“
Ethan nickte sofort. „Wir versuchen es bereits.“
„Nein. Ich will echte Ergebnisse.“
Der gefährliche Unterton in Adrians Stimme machte selbst die Mitarbeiter in der Nähe nervös.
Ethan richtete sich sofort auf. „Verstanden.“
Elara beobachtete Adrian aufmerksam.
Die Art, wie er Chaos kontrollierte, war beängstigend.
Alles an ihm blieb beherrscht, selbst während um sie herum eine Katastrophe ausbrach.
Währenddessen fühlte sie sich, als würde sie ertrinken.
Vielleicht bemerkte Adrian das.
Denn plötzlich wandte er sich ihr zu.
„Sie brauchen frische Luft.“
„Was?“
„Sie geraten in Panik.“
„Ich gerate nicht in Panik.“
„Ihre Hände zittern.“
Elara blickte nach unten.
Er hatte recht.
Ihre Hände zitterten unkontrolliert.
Sofort überkam sie Verlegenheit.
„Mir geht es gut.“
Adrian trat ruhig näher.
„Nein“, sagte er leise. „Sie sind überfordert.“
Die Sanftheit in seiner Stimme hätte sie beinahe zerbrochen.
Bevor sie antworten konnte, brach erneut ein lauter Tumult am Eingang aus.
Ein Reporter hatte es irgendwie geschafft, sich hineinzudrängen.
„Miss Whitmore!“ rief er. „Hat Ihre Stiefmutter Firmengelder gestohlen, um ihre Spielsucht zu finanzieren?“
Elara erstarrte.
Die gesamte Lobby drehte sich sofort zu ihr um.
Kamerablitze explodierten erneut.
„Findet die Hochzeit trotzdem statt?“
„Hat Adrian Connick Ihr Schweigen gekauft?“
„Heiraten Sie ihn, um dem Gefängnis zu entkommen?“
Die Fragen trafen immer härter.
Grausamer.
Schärfer.
Elara spürte, wie ihr Atem schneller wurde.
Ihre Brust zog sich schmerzhaft zusammen.
Alles verschwamm.
Dann plötzlich—
griff eine Hand fest nach ihrer.
Warm.
Ruhig.
Adrian.
„Genug“, sagte er kalt.
Doch die Reporter schrien weiter.
Und zum ersten Mal seit ihrer Begegnung mit ihm…
sah Elara Adrian Connick die Kontrolle verlieren.
Sein Gesichtsausdruck wurde furchteinflößend.
Absolut furchteinflößend.
Langsam trat er auf den Reporter zu.
Jede einzelne Person in der Lobby verstummte augenblicklich.
„Sie werden gehen“, sagte Adrian leise.
Der Reporter schluckte schwer, zwang sich jedoch zu einem Lachen. „Oder was?“
Großer Fehler.
Adrian lächelte.
Und irgendwie…
sah dieses Lächeln kälter aus als Wut.
„Oder ich begrabe jedes Medienunternehmen, das mit Ihnen verbunden ist“, sagte er leise. „Und glauben Sie mir…“
Er trat noch näher.
„Ich habe genug Geld, um Ihre gesamte Karriere vor Sonnenuntergang verschwinden zu lassen.“
Das Gesicht des Reporters wurde blass.
Sekunden später zerrte die Security ihn hinaus.
Stille folgte.
Schwere Stille.
Dann flüsterte Elara zitternd—
„Wer sind Sie?“