Kapitel 30

1562 Worte
ALISAS SICHT Der Livestream begann genau um 7:00 Uhr morgens. Der gesamte Ratssaal des Rudels war auf dem großen Bildschirm vor mir zu sehen, und alle Blicke im Raum waren auf uns gerichtet. Ich saß am langen Holztisch in *Alisa’s*, Kaels Hand warm und fest in meiner unter der polierten Oberfläche. Das Band zwischen uns summte wie ein lebendiger Herzschlag. Er sah aus wie der gnadenlose Alpha-Partner von Draven & Blackwood: maßgeschneiderter anthrazitfarbener Anzug, scharfes Kinn, dunkle Augen ruhig und unnachgiebig. Doch ich spürte die unterschwellige Anspannung darin, wie sein Daumen über den Handrücken strich – beschützend, besitzergreifend, panisch davor, mich auch nur eine Sekunde zu verlieren. Blackwood stand am Kopf des Tisches, Tablet in der Hand, und verlas die abschließende Erklärung. „Alisa Draven und Kael Draven“, sagte er klar, „der Rudelsrat ist heute zusammengekommen, um die Blutschuld und die Vorwürfe unzulässiger Einflussnahme im Scheidungsverfahren zu prüfen. Wir haben alle Beweise geprüft. Wir haben die Aussagen mehrerer Zeugen gehört. Und wir haben die Livestreams gesehen, die ihr beide in den vergangenen Wochen geliefert habt.“ Im Raum herrschte Stille, abgesehen vom leisen Summen des Bandes zwischen Kael und mir. Ich spürte, wie seine Alpha-Aura gerade genug aufflammte, um mich zu stabilisieren – warmer Zedernholz- und Regengeruch legte sich wie eine Rüstung um meine Haut. Ich hob das Kinn. „Dann kennt ihr die Wahrheit.“ Viktor Kane saß am anderen Ende des Ratstisches, das Gesicht noch von dem Kampf in der Lagerhalle zerschlagen, die Augen kalt und berechnend. Er beugte sich vor, die Stimme ölig. „Dravens Vergangenheit bleibt ein Problem. Sein Ruf ist es nicht.“ Kaels Hand umklammerte meine fester. Das Band flammte vor beschützender Wut auf, doch er sprach noch nicht. Er wartete – zehn Sekunden, zwanzig – und ließ mich zuerst reden. Ich lächelte Viktor an, die Stimme klar und tragend. „Meine Vergangenheit gehört nicht mehr ihm. Ich bin nicht mehr seine Tarnung. Ich bin seine Gefährtin. Seine Frau. Seine Gleichberechtigte. Und das Band zwischen uns ist keine Schwäche. Es ist Stärke. Die Art, die Kugeln, Verrat und ganze Rudelsräte überlebt, die versuchen, uns zu zerbrechen.“ Der Saal brach in Gemurmel aus. Einige Alphas nickten. Andere wirkten unbehaglich. Meine Mutter saß jetzt neben mir, diesmal als meine Zeugin, die Hand auf meiner Schulter, der Blick ruhig und stolz. Kael sprach endlich, die Stimme tief und tödlich. „Die Schuld ist beglichen. Viktor Kane wird seines Titels enthoben. Sein Vermögen wird beschlagnahmt. Sein Rudel zerbricht. Und du –“ Er sah Viktor direkt an „– bist derjenige, der meine Frau angeschossen hat, um sie zu schützen. Das macht dich zum Bösewicht in jeder Geschichte von jetzt an.“ Viktors Gesicht verzog sich, doch er hatte keine Antwort. Blackwoods Hammer fiel. „Die Blutschuld ist offiziell beglichen. Alisa Draven und Kael Draven sind von allen Anschuldigungen freigesprochen. Das Restaurant *Alisa’s* bleibt vollständig ihres. Der Rat dankt euch für euren Dienst und eure Wahrheit.“ Jubel erhob sich im Rat. Einige Wölfe standen auf und klatschten. Andere blickten weg, peinlich berührt von der Verletzlichkeit einer Omega, die für sich selbst gekämpft hatte. Doch das Band sang vor stiller, wilder Stolz – Kaels Liebe zu mir, meine Liebe zu ihm, die unzerbrechliche Art, die wir gemeinsam aufgebaut hatten. In dem Moment, als der Stream endete, zog Kael mich direkt am Tisch auf seinen Schoß, die Arme um mich geschlungen, als wolle er mich nie wieder loslassen. Sein Mund fand meinen in einem tiefen, besitzergreifenden Kuss, der nach Sieg, dem Band und allem schmeckte, was wir überlebt hatten. „Du warst perfekt“, murmelte er gegen meine Lippen, die Hände unter meinem Kleid, um meinen nackten Hintern zu umfassen. „Meine wilde, wunderschöne Frau. Die für jede Omega aufsteht, der je gesagt wurde, sie habe keine Wahl.“ Ich ritt ihn ohne Zögern, spürte, wie er sofort hart unter mir wurde. Das Band flammte heiß und elektrisch auf und schickte Funken direkt in meinen Kern. „Bring mich nach Hause“, flüsterte ich und rieb mich gegen seine dicke Länge. „Sofort. Lass mich dir zeigen, wie sehr ich dich liebe, während die ganze Stadt weiß, dass wir echt sind.“ Sein Knurren war reiner Alpha-Hunger. Er hob mich mühelos hoch, meine Beine um seine Hüften geschlungen, und trug mich durch die Hintertür des Restaurants, an verblüfften Mitarbeitern vorbei, die alle wissend lächelten. Lena winkte uns kurz zu, als er die Tür zuschlug. Die Fahrt im SUV war reine Qual und Himmel zugleich. Kaels Hand verließ meinen Oberschenkel nicht, der Daumen strich langsame Kreise, die mich nass und schmerzhaft begehrend machten. Jede Unebenheit auf der Straße ließ das Band pochen und fütterte mich mit seinem Verlangen, bis ich an seinen Fingern heruntertropfte. Als wir in die Tiefgarage einfuhren, wartete er nicht, bis die Türen aufgingen. Er zerrte mich heraus, küsste mich weiter und trug mich direkt in den privaten Aufzug. Die Fahrt nach oben fühlte sich endlos an – seine Zunge verschränkt mit meiner, seine freie Hand unter meinem Slip, die mich langsam und tief streichelte. Ich kam an seinen Fingern mit einem gebrochenen Stöhnen, die Wände um ihn herum zusammenziehend, das Band explodierte zwischen uns in weißheißen Wellen. Als sich die Aufzugstüren zum Penthouse öffneten, setzte er mich nicht ab. Er trug mich direkt ins Schlafzimmer und trat die Tür hinter uns zu. Das Zimmer war dunkel, abgesehen von den Stadtlichtern, die durch die Glaswände fielen. Kael legte mich auf das breite Bett, als wäre ich etwas Heiliges, und zog mir mit bedächtigen, ehrfürchtigen Händen die Kleider aus. Als ich nackt war, kniete er sich zwischen meine Schenkel und leckte einen langen, schmutzigen Streifen über meine Mitte, die Zunge wirbelte um meinen Kitzler, während zwei dicke Finger in mich eindrangen. „Sieh zu, wie ich dich liebe“, knurrte er gegen meine Nässe. „Sieh, wie sehr ich meine Frau liebe.“ Ich schrie auf, die Finger in seinem dunklen Haar vergraben, die Hüften hilflos rollend. Das Band sang so laut, dass ich es in meinen Knochen spürte – seine tiefe, unerschütterliche Liebe, die wie der perfekteste Orgasmus meines Lebens durch mich krachte. Ich kam hart, die Wände flatterten und klammerten sich um seine Finger, schrie seinen Namen in den dunklen Raum. Erst dann erhob er sich, streifte seine Kleidung ab und legte sich zwischen meine Schenkel. Der Kopf seines Schwanzes stieß an meinen Eingang, der Knoten drückte gegen mich. Er sah mir in die Augen – bernsteinfarben und voller Liebe und reiner, wilder Gier. „Sag es“, flüsterte er. „Ich bin bereit“, keuchte ich. „Knot mich, Ehemann. Beanspruche mich. Mach mich vollständig zu deiner.“ Seine Zähne bissen mit perfektem Druck in meine Schulter – die Reißzähne streiften die Markierung, die er vor Wochen hinterlassen hatte, brachen sie nicht, erinnerten nur. Schmerz blühte hell und süß auf. Das Band detonierte. Ich kam sofort wieder, die Wände flatterten und zogen sich zusammen, und er folgte mit einem tiefen, gutturalen Brüllen. Sein Knoten schwoll an, schloss uns zusammen, und er flutete mich mit heißen Schüben, während er langsam und tief stieß und jeden letzten Tropfen ausmelkte. Wir blieben so verbunden, zitternd, atmeten einander ein. Seine Stirn lag an meiner. Seine Arme umschlangen mich so fest, dass ich seinen Herzschlag in jedem Teil meines Körpers spürte. „Frau“, flüsterte er, die Stimme zerbrochen von Emotion und Liebe, die Lippen streiften die Markierung an meiner Schulter. „Meine perfekte, wunderschöne, unzerbrechliche Frau. Die Frau, die mich gewählt hat, als die Welt versuchte, uns zu zerbrechen. Die Frau, die für mich kämpft, wenn ich blute. Die Frau, neben der ich für den Rest meines Lebens aufwachen will.“ Tränen liefen über meine Wangen – glücklich, erleichtert, überwältigt. Ich küsste ihn langsam und tief, schmeckte Salz und Ewigkeit. „Gefährte“, korrigierte ich und lächelte durch die Nachbeben, drückte einen Kuss auf den frischen Biss, den er früher hinterlassen hatte. „Mein gnadenloser, Liebe-meines-Lebens-Gefährte. Der Mann, der mich sicher genug fühlen lässt, stark zu sein.“ Er rollte uns, sodass ich über seiner Brust lag, immer noch aufgespießt, der Knoten langsam nachlassend, aber seine Arme lockerten sich nie. Seine Finger zeichneten müßige Kreise über meinen Verband, dann tiefer, strichen über die Kurve meiner Hüfte, als wolle er jeden Zentimeter auswendig lernen, den er morgen beschützen würde. „Morgen“, murmelte er, die Lippen an meinem Haar, „wird der Rudelsrat den Livestream der Restaurant-Eröffnung sehen. Sie werden uns sehen. Zusammen. Kein Verstecken. Keine Angst.“ Seine Hand glitt zwischen uns, der Daumen strich langsam und beruhigend über meinen Kitzler und hielt das Band warm und stetig. „Aber heute Nacht… will ich dich nur halten. Bis das Band sich anfühlt, als atme es für uns beide.“ Ich kuschelte mich enger an ihn und ließ seinen Duft wie den sichersten Käfig der Welt um mich legen. Das Band sang weich und ewig – meine Liebe zu ihm, seine Liebe zu mir, die chaotische, wunderschöne, unzerbrechliche Art von Familie, die wir aufbauten. Draußen blinkten die Stadtlichter weiter. Drinnen, ineinander verschlungen, spürte ich es endlich: den Frieden, dem ich mein ganzes Leben lang hinterhergelaufen war. Und egal, wie viele Schatten das alte Rudel uns morgen entgegenwerfen würde – rechtliche, persönliche oder sonstige –, wir würden ihnen gemeinsam entgegentreten. Denn ich war nicht allein. Ich war geliebt und gewählt.
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