Cassandras POV
Ich erstarrte, meine Hand flog bis zu meiner Wange, Augen weit vor Unglauben. Der Stich meiner Ohrfeige brannte heißer als die rote Markierung, die ich hinterlassen hatte. Es war nicht nur der Schmerz, der ihn schockierte... es war ich.
Er hatte mich immer als die Weichen betrachtet. Ruhig. Zerbrechlich. Eine Frau, die zu empfindlich ist, um etwas anderes als ihr eigenes Herz zu brechen. Er hätte nie gedacht, dass ich diese Art von Wut in mir hatte, scharf und glühend wie ein Lauffeuer.
"Du hast mich geschlagen?" Fragte er, seine Stimme nieder mit betäubtem Unglauben, fast ein Flüstern.
Meine Brust hob, meine Augen leuchteten vor vergossenen Tränen und Wut. "Wie lange?" Ich fragte, meine Stimme kaum über einem Flüstern, dann lauter, mit Wut durchdrungen: "Wie lange betrügst du mich schon?"
Er öffnete den Mund, um zu sprechen, aber ich liess ihn nicht.
"Hier war ich, verlor den Schlaf und dachte, dass etwas mit dir nicht stimmte. Dass du vielleicht krank, depressiv, gestresst wegen der Arbeit warst. Aber die ganze Zeit warst du hier..." Ich stoch mit einem zitternden Finger in Richtung Penthouse-Tür, "...mit diesem Ding."
Er zuckte zu.
„Wie konntest du mir das antun, Evan?“ Ich fuhr fort, Gift tropfte von jedem Wort. "Selbst wenn du die Beziehung satt hättest, hättest du die Dinge zwischen uns einfach richtig beenden können, nicht hinter meinem Rücken mit einer Schlampe schlafen gehen."
Sein Kiefer biss zusammen. Seine Nasenlöcher flammten auf. Seine nackte Brust stieg auf und fiel mit beschleunigtem Atem, als sich die Wut durch seine Gesichtszüge drehte.
„Sprich nicht so über sie.“
"Warum nicht?" Ich spucke und trat auf ihn zu, zu wütend, um mich um seine Größe, seine Kraft oder die Wut in seinem Blick zu kümmern. "Sie ist eine Schlampe, das ist sie."
"Ich sagte, rede nicht so über sie!" Er schnappte.
Bevor ich noch ein Wort sagen konnte, bewegte er sich.
Seine Hand schlug aus und packte meine Kehle, nicht hart genug, um sie zu zerquetschen, aber fest genug, um mich nach Keuchen zu bringen. Er schob mich nach hinten, bis meine Wirbelsäule mit einem gedämpften Knall auf die kalte Hotelwand traf, meine durchnässte Bluse auf meiner Haut verklebt, mein Atem in meinem Hals.
Das Flurlicht flackerte über uns und strahlte ein dunkes Leuchten über die verdrehte Szene.
Er lehnte sich vor, seine Stimme war niedrig und wütend, seine Augen waren wild vor einem Verrat, den er selbst gemacht hatte.
"Beleidige diese Frau nie wieder", knurrte er, sein Gesicht Zentimeter von meinem entfernt. "Diese Frau ist in jeder Hinsicht zehnmal besser als du. Klüger. Stärker. Und sie spielt nicht jedes Mal das Opfer, wenn etwas nicht in ihre Richtung läuft.“
Meine Augen weiteten sich, aber nicht vor Angst. Mit Unglauben. Mit einer frischen Welle des Schmerzes. Meine Hände stiegen instinktiv zu seiner Brust und drückten, aber er bewegte sich nicht.
"Du tust mir weh", kratzte ich.
Aber er zuchte nicht. Hat sich nicht bewegt. Sein Blick war auf meinen fixiert, gefüllt mit einer Bitterkeit, die ich nicht erkannte.
Derselbe Mann, der einst geschworen hatte, lieber zu sterben, als mich zu verletzen, sah mich jetzt an, als wäre ich eine Unannehmlichkeit.
Seine Hand zitterte an meinem Hals, nicht vor Zögern, sondern vor Wut. Seine Finger graben tiefer und zerquetschten gegen meine Haut, und meine Lippen trennten sich mit einem erstickten Keuchen, als ich an seinem Handgelenk klatzte, Nägel rutschten nutzlos über seine Haut. Meine Brust hat sich verklemmt. Meine Füße bewegten sich auf der Suche nach Hebelwirkung, aber ich war festgenagelt. Gefangen. Ich hatte den Rücken zur Wand und der Mann, den ich einst liebte, sah jetzt aus wie ein Fremder, der Evans Gesicht trug.
Dann zeigte er mit dem Finger, seine freie Hand hob, als würde er das Messer seiner Worte tiefer treiben und zischte: "Lass uns eine Sache klarstellen."
Seine Stimme fiel um eine Oktave, jetzt ruhig, grausam in der Kontrolle.
„Ich habe dich nie wirklich geliebt.“
Ich erstarrte. Selbst als meine Lungen nach Luft brannten, schlugen diese Worte härter in mich ein als die Wand hinter mir.
Seine Lippe kräuselte sich zu einem Spott. "Ja, wir hatten etwas Spaß zusammen. Ich werde darüber nicht lügen. Ich dachte, vielleicht dachte ich, ich könnte dich lieben. Wenn ich mich genug anstrenge, könntest du jemand werden, der es wert ist.“ Sein Finger bewegte sich näher und streifte fast meine Wange. „Aber du hast dich als zu schwach herausgestellt. Zu emotional. Zu... durchschnittlich.“
Tränen liefen aus meinen Augenwinkeln. Nicht nur wegen des Sauerstoffmangels, sondern auch wegen des rohen, reißenden Schmerzes jedes Wortes, das er wie Schrapnell warf.
„Meine Eltern“, fuhr er kalt for, „sie hätten dich nie akzeptiert. Verstehst du das? Du bist nicht ihre Art von Frau. Du würdest es nie sein.“
Mein Mund bewegte sich, aber es kamen keine Worte heraus. Meine Luftröhre war ein verschlossenes Tor, mein Körper zitterte heftig unter seinem Griff.
"Und die Frau da drin?" Er neigte seinen Kopf zur Tür, seine Stimme war jetzt voller Ehrfurcht. "Sie ist nicht irgendjemand. Sie ist meine Verlobte.“
Die Welt blieb stehen.
Verlobter.
Mein Herz stolperte. Meine Sicht war verschwommen.
Ich konnte nicht atmen, nicht nur vom Druck seiner Hand, sondern auch vom erstickenden Gewicht dieses Wortes.
Verlobte?
Er wollte sie heiraten?
"Ich hatte vor, es dir zu sagen", sagte Evan mit einem Schmot, als ob das etwas rechtfertigte. "Wenn du nur weggeblieben wärst. Wenn du nur wüsstest, wie du dich wie eine richtige Frau um deine Angelegenheiten kümmern kannst.“
Meine Knie bogen sich. Meine Hände verloren ihre Kraft. Der Raum schwamm vor mir, eine Kakophonie aus Marmorfliesen, flackernden Lichtern und den verblassenden Rändern des Bewusstseins.
Dann...
Die Tür knarrte auf.
Eine schwüle Stimme rutschte in den Flur, weich und süß, wie Honig über Gift.
"Meine Liebe", schnurrte die silberhaarige Frau, ihre goldenen Augen glitzten unter dem Flurlicht, "du drängest zu fest."
Es war kein Alarm in ihrer Stimme. Nur eine sanfte Beobachtung, als ob Evan einfach eine zerbrechliche Vase zu fest halten würde.
Er blinzelte, seine Augen streuten zu ihr, als wäre er aus einem Traum aufgewacht. Sein Griff lockerte sich sofort, und ich zerknitterte wie eine zerbrochene Puppe zu Boden und keuchte, als die Luft wieder in meine Lungen stürmte.
Ich hustete heftig, meine Hände flogen zu meinem Hals und wiegte die gequetschte Haut, wo seine Finger gewesen waren. Mein Schluchzen war jetzt roh, meine Stimme heiser und vom Missbrauch zerrissen. Der Schmerz war nicht nur körperlich, er war tief, seelenerschütternd.
Er hatte versucht, mich zu töten.
Er hätte.
Er hörte nicht auf, weil er erkannte, was er tat; er hörte auf, weil ich es ihm sagte.
Ich schaute auf, meine Sicht war von Tränen verschwommen. Evan stand da, immer noch halb in der Bettdecke bedeckt, seine Augen leer vor Bedauern. Die Frau an der Tür, seine Verlobte lächelte, als hätte sie einen Preis gewonnen. Sie hat mir nicht einmal einen zweiten Blick erspart.
Und ich bin pleite.
Ein raues Schluchzen riss mir aus der Kehle, als ich auf die Beine kam und die kalte Wand abdrückte. Meine Beine zitterten, und ich stolperte den Flur hinunter. Ich rannte durch den Flur, in den Aufzug und aus der Lobby. Der Regen strömte stark herab und vermischte sich mit meinen Tränen. Meine nasse Bluse klebte an meiner gequetschten Haut, als ich in der Nacht verschwand.
Hinter mir bewegte sich Evan nicht. Er drehte sich einfach um und ging wieder hinein, zurück zu der Frau, die er seine Verlobte nannte.