Kapitel 2

1052 Worte
~Rielle Mein Herz blieb für einen Moment stehen und der Boden kippte unter mir. Aber ich musste weiter zuhören. Ich musste es wissen. "Ich kann es kaum erwarten, das Ding loszuwerden. Sie war eine Nervensäge wie ihr Vater." Lucinda schauderte bei der Erinnerung an den Mann, der ihre Familie vor dem Bankrott gerettet hatte. "Er hat es nicht kommen sehen", sagte Jameson mit größter Freude. Er lachte. "Seine Leiche zu sehen war so befreiend. Die Fesseln waren endlich ab. Wir müssten keinen Cent zurückzahlen." "Es ist traurig, weißt du", sagte Lucinda. "Dass er alles einem so zurückgebliebenen Kind überlassen hat." "Nicht mehr lange", sagte Gloria. Sie lachten wieder. Ich konnte plötzlich nichts mehr über das laute Pochen meines Herzens hören. Mein Schock hatte jede andere Emotion verschluckt, die ich hätte fühlen sollen. Sie haben meinen Vater getötet. Sie töteten die einzige Person, die ich hatte, wegen der Schulden, die sie schuldeten, und ich war dumm genug, sie damit durchkommen zu lassen. Dann setzte sich die Angst in meinem Magen fest, schwer wie Blei. Ich war nicht sicher. Ich musste gehen, bevor sie wussten, dass ich es gehört hatte. Ich stand langsam auf und trat einen Schritt zurück von der Tür weg. Sie wussten nicht, was ich gehört hatte, sie unterhielten sich weiter. Schwere Hände umklammerten meine Schultern, als ich eine Stimme hörte. "Fräulein, Sie wissen, dass es unhöflich ist, zu belauschen." Mein Herz drohte mir durch die Rippen zu brechen. Ich erkannte die Stimme, ohne mich umzudrehen. Es war Brutus, Jamesons Beta. Ich schluckte den steinharten Kloß, der sich in meinem Hals bildete. "Brutus..." Das war alles, was ich sagen konnte, bevor der Schmerz durch meinen Schädel riss und ich nichts spürte. ***** Der bittere Stich des eiskalten Wassers zog mich aus meiner Bewusstlosigkeit. Mein Kopf pochte schwer, aber ich öffnete meine Augen und fand mich in einer Kammer wieder, die von einer einzigen Fackel beleuchtet wurde, die Meter entfernt saß. Ich hörte ein Fingerschnippen von jemandem. "Wachen Sie auf." Bestellte eine Stimme, die mir schmerzlich bekannt vorkam. Ich hob meinen Kopf, um Jamesons Blick zu begegnen. Das schwache Licht überschattete seine Gesichtszüge, aber ich wusste, dass er grinste. Ich schaute von ihm weg und sah mich um. Ich war nicht in einer Kammer, ich war in einem Kerker. Dann kam alles in schmerzhaften Blitzen zurück, alles, was passiert war und alles, was ich gehört hatte. "Du bist endlich wach", Lucinda trat vor mich. Sie nahm mein Kinn hart und untersuchte mein Gesicht. "Abgenommen von dem Knoten auf deinem Kopf, das wird gut funktionieren." Ich versuchte mich zu bewegen, nur um zu erkennen, dass ich meinen Körper nicht bewegen oder sprechen konnte. Panik überschlug mich. Was haben sie mir angetan? "Mach dir keine Mühe", sagte Jameson leicht. "Kämpfen wäre eine Verschwendung, da man nicht mehr lange zu leben hat." Mein Herz blieb stehen, sie wollten mich töten. Als ob ich meine Gedanken lesen würde, erhob sich eine andere Stimme. "Wir versprechen, dass es nicht schnell gehen wird." Gloria Sie näherte sich mir, ihre Augen waren voller Abscheug. "Du hast keine Ahnung, wie lange ich auf diesen Tag gewartet habe. Du warst ein Auslaung, der all die Jahre an meinem Liebling Jamie klebte. Ich war verdammt gezwungen, an der Seitenlinie zu stehen." Sie zog ihre Hand zurück und schlug mir hart ins Gesicht. Ich konnte nichts anderes tun, als es zu nehmen, immer noch nicht in der Lage, mich zu bewegen. Dann schlug sie mich, immer und immer wieder, bis Jameson sie zurückhielt. "Das ist genug, Liebling." Er hielt sie an seine Brust. Der Anblick tat mehr weh als die Ohrfeigen. Lucinda hob mir ein Blatt Papier ins Gesicht. "Wir haben Ihnen bereits beim Schreiben des Selbstmordbriefs geholfen, damit Sie Ihr Handgelenk nicht belasten müssen." Sie spottete. "Sollen wir anfangen?" Sie fragte und sie nickten. Brutus, der seine Arme in der Ecke des Raumes verschränkt hatte, bewegte sich schließlich. Er brachte Lucinda eine scharfe Klinge. Ich versuchte, mich zu bewegen, wollte, dass meine Zellen gehorchen, aber mein Körper war so bewegungslos wie ein Felsbrocken. Lucinda nahm mein Handgelenk und legte es auf den Tisch. Unsere Blicke trafen sich und ich liess meine Tränen durchfließen, in der Hoffnung, dass ich in ihre Menschlichkeit greifen könnte. In die Mutter, die ich einmal kannte. Sie lächelte nur, aber es waren alles Zähne und scharfe Kanten. "Ich habe keine Gnade für dich, Liebes. So ist es besser für uns." Dann nahm sie die Klinge an mein Handgelenk, durchbohrt und zog so hart. Ich hätte geschrien, wenn ich könnte, aber das war nur eine weitere Freiheit, die mir genommen worden war. Das Blut sprudelte schnell an die Oberfläche und verschüttete sich frei. Der Schmerz war immens und alles verzehrend. Sie tat dasselbe mit meinem anderen Handgelenk und es dauerte nicht lange, bis sich die Ränder meiner Sicht zu verdunkeln begannen. Ich würde durch ihre Hände sterben, wie mein Vater, und sie würden alles bekommen, wofür er gearbeitet hatte. Es gäbe keine Gerechtigkeit. Keine Abrechnung für diejenigen, die mich betrogen und benutzt haben. Ich würde meinen Vater nie rächen. "Sie sollte bald tot sein", hörte ich eine Stimme, aber mein Gehirn war zu in Trümmern, als dass ich sie platzieren konnte. "Lass uns gehen." Ich hörte sich zurückziehende Schritte. Ich fühlte mich kalt und schwer. Ich konnte nicht schreien, aber alles tat weh. Ich wollte stark sein, durchhalten, bis mich jemand findet. Ich könnte nicht so sterben. Dennoch war der Schmerz unerbittlich in seiner Brutalität, also betete ich um Aufstehung. Ich habe für den Tod gebetet. Ich hörte Schritte und eine dunkle Gestalt, die sich näherte. Der Tod hatte meine Gebete erhört und kam endlich für mich. Aber dann übernahm die Angst und brachte ein Gefühl der Selbsterhaltung mit sich. Ich versuchte erneut zu kämpfen, windete mich und windete mich durch den Schmerz. Ich spürte Arme um mich herum, die mich an einer muskulösen Brust hielten. Ich hatte gehört, dass der Tod kalt war, aber dieser Körper war warm. Der Tod hielt mich an sich und trotz des Schmerzes spürte ich, wie sich mein Körper von selbst entspannte. "Bleib für mich am Leben, Prinzessin." Seine Stimme war Seide über Kies und mein missbrauchter Körper kribbbelte. Mein letzter Gedanke, bevor ich in die Umarmung der Dunkelheit gezogen wurde, war: Warum sollte der Tod mir sagen, ich solle am Leben bleiben?
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