Kapitel 43

1272 Worte

Mayas Sicht Der Zug nach Lauterbrunnen war ein Abstieg in die weiße Stille. Vor dem Fenster entfalteten sich die Alpen wie eine gefrorene Kathedrale – Gletscher, die im Mondlicht schimmerten, Tannenwälder, die in geisterhaften Schnee gehüllt waren. Mir war schon früher kalt gewesen. Aber nicht so. Nicht so kalt, dass es einem bis in die Knochen kribbelte und versuchte, einem Dinge zuzuflüstern, die man nicht hören wollte. Lukas saß mir gegenüber, die Zähne zusammengepresst, die behandschuhten Hände im Schoß. Er hatte seit unserer Abreise aus München nicht viel gesagt. Ich auch nicht. Es gab zu viel, was wir noch nicht sagen konnten. „Glaubst du es?“, fragte ich schließlich. „Dass Karas wahres Endspiel nicht Daten oder ihr Vermächtnis sind. Es ist … Unsterblichkeit?“ Lukas blickte auf

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