Alyssa
Nachdem Zuri eingeschlafen ist, lege ich sie in das neue Kinderbett, das ich in Kings Büro gestellt habe. Es ist friedlich und ruhig dort. Ich wollte sie nicht wecken, falls Gray mitten in der Nacht anruft. Ich bezweifle sowieso, dass ich bald schlafen gehen werde. Es geht mir einfach zu viel durch den Kopf.
King kommt schließlich aus dem Obergeschoss ins Wohnzimmer. Er hat ein schwarzes T-Shirt, das sich zu eng um seinen muskulösen Körper schmiegt, und eine lockere, graue Jogginghose an. Seine Schritte sind auf dem Holzboden fast lautlos, als er sich in die Küche begibt. Ich höre, wie ein Schrank geöffnet wird und das leise Klirren von Gläsern. Augenblicke später erscheint er wieder mit zwei Gläsern, gefüllt mit einer dunklen, bernsteinfarbenen Flüssigkeit.
King reicht mir schweigend eines der Gläser, seine Finger streifen kurz meine, bevor er sich in den Sessel gegenüber von mir setzt. Ich halte das Glas an meine Nase und rieche. Es ist Whisky. Es ist zwar lange her, dass ich Alkohol getrunken habe, aber nach dem, was heute passiert ist, brauche ich definitiv einen Drink. Also nehme ich einen vorsichtigen Schluck. Die Flüssigkeit brennt in meinem Hals, aber es ist ein angenehmes Brennen.
King nimmt einen langsamen, bedachten Schluck aus seinem Glas, seine intensiven bernsteinfarbenen Augen lassen mich nicht los. „Sag mir, Kätzchen“, beginnt er. Seine Stimme klingt tief und nachbohrend. „Warum wurde deine Karte abgelehnt? Ich kenne dich, du bist der Typ Mensch, der fünfzigmal den Kontostand prüft, bevor er überhaupt daran denkt, in ein Geschäft zu gehen. Und vergiss nicht, dein Mann ist ein verdammter Anwalt mit reichen Eltern. Willst du mir erzählen, dass du dein monatliches Budget schon durchgebracht hast?“
Ich lache nervös, der Klang wirkt unbeholfen im stillen Raum. „Ja, ich schätze, ein Kind zu haben, hat das geändert. Muttergehirn, denke ich. Ich glaube, meine Karte wurde einfach gesperrt.“
Er neigt leicht den Kopf und seine Augen verengen sich, während er mich studiert. „Und wo war dein Handy? Du hättest die Karte mit einem Anruf leicht entsperren können.“
„Ich habe es im Auto vergessen“, antworte ich schnell und mein Herz beginnt zu rasen. „Wenn es darum geht, dass ich dir das Geld zurückzahle, kann ich ...“
Er knurrt und der Klang jagt mir eine Gänsehaut über den Rücken. „Du weißt genau, dass es nicht ums Geld geht. Ich mag keine Lügner, Kätzchen. Ich kenne die Wahrheit schon. Ich will sie nur aus deinem hübschen, kleinen Mund hören.“
Er blufft, rede ich mir ein. Er weiß nichts und ich weigere mich, es ihm zu sagen.
Er nimmt einen weiteren Schluck. Sein Blick ist unnachgiebig, er wartet geduldig auf eine befriedigendere Antwort.
„Ok, vielleicht habe ich es versehentlich im Auto gelassen. Ich wollte nicht, dass du zurückgehen musst, um es zu holen.“
„Oh, das können wir leicht beheben. Bring die kleine Zuri zurück ins Auto und wir fahren los und holen es.“
„Das ist nicht nötig“, beharre ich und bin bemüht, meine Stimme ruhig und fest zu halten.
Er hebt eine seiner dunklen Augenbrauen. „Ein Handy zu haben, ist nicht nötig?“
„Ich meine, nicht heute Nacht. Wir können es einfach an einem anderen Tag abholen.“
Er brummt, streicht sich über das Kinn, während er mich weiter anstarrt. Dann, ohne Vorwarnung, erhebt er sich aus dem Stuhl und schreitet auf mich zu. Ich versuche, zurückzuzucken, aber er packt fest mein Kinn und dreht mein Gesicht zur Seite.
„Was, was machst du?“, frage ich mit zitternder Stimme.
Unsere Blicke treffen sich, ein tobendes Chaos spiegelt sich in seinen bernsteinfarbenen Augen wider. „Ich schaue mir die Spuren an, die dieser Mistkerl auf dir hinterlassen hat. Damit ich genau weiß, an welchen Stellen ich auf ihn einstechen muss.“
„Wovon redest du?“, presse ich heraus und meine Angst wird zu Wut.
Er greift nach dem Kragen meines Shirts und reißt es mit bloßen Händen auseinander. Ich schnappe nach Luft. „King!“
„Das habe ich mir gedacht“, knurrt er.
Ich muss nicht nach unten schauen, um zu wissen, was er sieht. Die blauen und violetten Blutergüsse von vor ein paar Nächten, als Isaac auf mich losgegangen ist, beginnen gerade erst wieder zu heilen. Die Haut ist fleckig und empfindlich, jede Spur eine Erinnerung an das Monster, zu dem mein Mann geworden ist.
„Bitte sag Gray nichts“, flehe ich flüsternd.
Ein bösartiges Grinsen breitet sich langsam auf seinem Gesicht aus. „Was bist du bereit zu tun, damit ich meinen Mund halte?“
„Was willst du?“, frage ich und bemühe mich, meine Stimme ruhig zu halten.
„Mit dir schlafen“, antwortet er ohne zu zögern.
Ich breche in ein stumpfes und angespanntes Lachen aus. „Du machst Witze, oder?“
Er legt den Kopf schief und sein Ausdruck ist tödlich ernst. „Sieht es so aus, als ob ich das tue?“
Mein Gesichtsausdruck wird schlagartig ernst. „Das kann nicht dein Ernst sein. Du bist so ein verdammtes Arschloch“, knurre ich. „Du willst mich wirklich für s*x erpressen?“
Er brummt, als ob er darüber nachdenkt. „Ja, ich schätze, das tue ich.“
Ich starre ihn ausdruckslos an, denn mein Verstand rast. War das von Anfang an sein Plan? Mich hier in sein Haus zu bringen, weil er bereits wusste, was los war. Nur damit er seinen dreckigen Schwanz in mich stecken kann?
Ich wusste es! Ich wusste, dass er mir nicht wirklich helfen wollte.
„Du bist ein Monster!“, spucke ich ihm entgegen und meine Stimme zittert. Eine mächtige Mischung aus Wut und Verrat überkommt mich.
Sein Lächeln erlischt nie. „Wie willst du es, Kätzchen? Wirst du dich über mein Sofa beugen, oder soll ich es für dich tun?“
Ich habe keinen Zweifel daran, dass er, sobald er mit Gray in Kontakt kommt, alles ausplaudern wird. Bevor ich überhaupt die Chance habe, es zu erklären. Gray, der hitzköpfige, überfürsorgliche Bruder, der er ist, würde ohne nachzudenken auf ihn losgehen und danach für immer im Gefängnis landen. Wenn ich mit King schlafen muss, nur um sein dummes Maul zu stopfen, bis ich herausgefunden habe, wie ich sicher mit Zuri davonkomme, ist das ein Risiko, das ich eingehen muss.
Selbst wenn mich das zu einer Schlampe, einer Ehebrecherin macht. Ich werde tun, was ich tun muss, damit King meinen Plan nicht vermasselt.
Ich stehe auf und ziehe meine Leggings und mein Höschen herunter, während ich ihn anstarre. „Na schön. Fick mich, aber es wird mir keinen Spaß machen“, knurre ich und beuge mich über die Armlehne der Couch. „Wenn das hier vorbei ist, werden Zuri und ich gehen. Es ist mir egal, ob ich irgendwo per Anhalter hinfahren muss. Ich will dich nie wieder sehen.“
Ich meine es natürlich nicht ernst. Denn ich kann nirgendwo anders hin und ich würde Zuri nie so in Gefahr bringen. Aber ich bin so verdammt wütend. Ich möchte ihm mit einer Gabel in seinen verdammten Augapfel stechen!
„Verdammt, du bist so süß, wenn du ein wütendes kleines Kätzchen bist“, stöhnt er und kommt näher.
Er legt seine Hand fest auf meinen Rücken und ich höre das leise Geräusch seiner Jogginghose, die er herunterlässt. Er stößt an meinen Eingang und reibt langsam die Spitze seines Schwanzes an meinem Schlitz auf und ab, um ihn mit meiner natürlichen Nässe zu benetzen.
Scheiße. Das passiert jetzt wirklich.
„Du machst mich zu einer Fremdgeherin“, sage ich wütend und fühle mich fast hilflos. Aber nicht so, wie ich mich bei Isaac jemals gefühlt habe. Ich hasse ihn nicht so sehr, wie ich es gerne möchte.
„Keine Sorge, er wird zu tot sein, um es herauszufinden“, antwortet King. Sein Tonfall trieft vor sadistischem Amüsement. Ich kann das dumme Grinsen regelrecht in seiner Stimme hören.
„Ich hasse dich“, sage ich zwischen zusammengebissenen Zähnen.
„Ich hasse dich“, spottet er und ahmt meine Stimme nach. „Hasse mich mit diesem Schwanz in deiner Muschi.“
Mit diesen Worten stößt er hart in mich hinein.