Zwei Wochen später
Suna POV:
Mittlerweile sind zwei Wochen vergangen. Jisoo, Lisa, Jennie und ich sind beste Freundinnen geworden und verbringen sehr viel Zeit miteinander. Letzte Woche hat Jungkook sein Lied "Euphoria" veröffentlicht und es schlägt ein wie eine Bombe, worüber ich mich sehr freue. Jungkook und ich sind uns in letzter Zeit ziemlich no gekommen und mittlerweile weiß ich zu 100 Prozent, dass ich mehr als nur Freundschaft für ihn empfinde. Ob er jedoch auch so empfindet denke ich nicht. Er ist ein Idol. Er kann jedes Mädchen aus Korea haben und außerdem bin ich die Schwester seines besten Freundes. Das würde er wahrscheinlich allein deswegen niemals empfinden.
Auch Tae und ich sind inzwischen ein Herz und eine Seele. Oft schauen wir zusammen Filme oder reden einfach über unseren Tag. Die Jungs helfen mir auch wo es geht mit Fragen bezüglich des Unterrichts und bei Hausaufgaben. Vor allem Namjoon ist mir eine große Hilfe. Aber er ist ja auch Hochbegabt alsoooooo...
"Hallooo. Erde an Suna. Suna, bitte kommen, ist jemand zu Hause?" Eine Hand, die vor meinem Gesicht rumwebelt, reißt mich aus meinen Gedanken. "Oh sorry, Jennie. Ich war nur in Gedanken. Worum ging es nochmal?" Die drei Mädchen fangen an zu lachen und gemeinsam setzen wir uns an einen freien Tisch in der Schul Kantine. Gerade ist Mittagspause.
"wir haben darüber gesprochen, wie cool es doch wäre, wenn wir mal einen Mädelsabend machen. Bei mir und jennie ist genug Platz in der Wohnung und wir müssen uns alle mal entspannen von unserem Schulstress." antwortet mir Lisa und massiert sich demonstrativ erschöpft den Kopf. "Du hast ja so recht, Schwester" sagt jennie, woraufhin wir alle anfangen zu lachen. "Also dann, dieses Wochenende?" fragt Jisoo und erhält von uns allen ein zustimmendes nicken. Das wäre dann in zwei Tagen. "Super. Wir haben ein Gästezimmer mit einem Doppelbett. Aber ich denke ihr habt kein Problem damit, euch ein Bett zu teilen." Jisoo und ich grinsen und nur an, was Antwort genug sein sollte. "Toll, ich freue mich schon."
"Habt ihr eigentlich schon Ideen für eure Songs?" jede Klasse der Gesangs- und Tanzstudenten hat in zwei Wochen eine wichtige Prüfung, die darin besteht, einen selbst geschrieben Song vorzutragen. Jeder Betroffene Schüler ist deshalb, seit diesen Ankündigung, ziemlich nervös. Wir hatten in den letzten zwei Wochen sehr viele Kurse zum Thema Lieder komponieren.....
"nein, echt noch keine Ahnung, über was ich schreiben soll. Ich hab nur so eine Melodie im Kopf." antworte ich Jisoo. Jennie stimmt mir mit einem "ich auch" zu. "Ich hatte letzte Nacht so etwas wie eine Erleuchtung. Ich hatte ja schon die Melodie, aber ich bin auch mit dem Text sehr weit gekommen." Sagt Lisa stolz und gähnt dann herzhaft. Wir sehen sie überrascht an. "echt? Hast du denn schon einen Titel für das Lied?" Frage ich sie interessiert, woraufhin sie grinsend nickt: "ja, es heißt 'Playing with Fire' " "hört sich doch cool an. Ich bin mir sicher, es wird der Hammer" dankend sieht Lisa Jisoo an.
"Ich bin übrigens auch schon fast fertig." Mit großen Augen sehen wir sie an. "ernsthaft jetzt?" Fragt Jennie sie ebenfalls überrascht. "Ja. Es heißt 'Whistle' und ich bin mit Melodie und Text eigentlich fertig. Das Problem ist nur" zögernd blickt sie auf ihre Hände. Welches Problem? "Was ist das Problem?" spricht Lisa meine Gedanken aus. Jisoo sieht wieder auf und spricht weiter: " das Lied ist nicht als Solo gedacht. An manchen Stellen der Melodie wird es schneller, was perfekt für einen Rap Teil wäre und generell passt das Lied eher zu mehreren stimmen."
"du vergisst hier gerade anscheinend, wer deine besten Freundinnen sind," sagt jennie gespielt empört, woraufhin Jisoo sie nur verwirrt ansieht. Denkt sie wirklich, dass wir ihr nicht helfen würden? " mit mir und Lisa hast du zwei Rapperinnen und du weißt ganz genau, dass du und Suna starke Vocals haben. Ich denke, dass wir uns alle gegenseitig bei unseren Liedern unterstützen müssen, nicht wahr?" Lisa und ich stimmen Jennie mit einem 'genau' zu. "Danke Leute. Ich weiß echt nicht, was ich ohne euch tun würde."
"aber darf man das denn?" Unterbricht sie unsere entstandene Gruppenumarmung. "natürlich," sagt Lisa , "so lange das Lied selbst geschrieben ist, ist es egal, ob wir Solo, oder als Gruppe auftreten" wir grinsen uns alle an. "Leute, ich habe eine extrem gute Idee." Verwirrt schauen wir Lisa an, deren Lächeln immer größer wird. "und willst du uns vielleicht von dieser Idee erzählen?" Frage ich sie nun. Von welcher Idee spricht sie wohl?
"klar. Aber erst am Wochenende" "och man, lisaaa" schmollend guckt Jisoo sie an, woraufhin wir anfangen zu lachen. Sie ist zwar die älteste von uns vieren, aber verhält sich trotzdem oft so, als wäre sie die jüngste, was extrem süß ist. "Vertraut mir, euch wird
die Idee gefallen" .........
"Hey ihr beiden" begrüßen Lisa und ich unsere beiden Freundinnen, nachdem wir unsere letzten Schulstunden für heute hinter uns gebracht haben. "Sorry Leute, aber ich muss mit meinen Eltern reden. Ich muss da etwas... klären. Jennie, ich werde heute wahrscheinlich nicht bei uns schlafen, also warte nicht auf mich" sagt Lisa, nachdem sie einen Blick auf Ihr Handy geworfen hat. Mit diesen Worten geht sie auch schon schnellen Schrittes in Richtung Bushaltestelle und lässt uns verwirrt stehen.
Okaayyy, das war komisch "ist alles okay bei ihr?" "ja, sie sah irgendwie nervös aus" mit einem Nicken stimme ich Jisoo und Jennie zu, die Lisas Verhalten offensichtlich ebenso merkwürdig finden, wie ich. " naja, sie wird uns morgen bestimmt erzählen, was los war und wenn nicht, dann quetschen wir es eben aus ihr heraus." Mit einer handlichen Geste macht Jennie deutlich, wie sie Lisa mit ihren Händen zerquetschen würde und diesen teuflischen Gesichtsausdruck, den sie dabei macht, ist mehr als nur gruselig. "Jennie, du bist gruselig" sagt Jisoo, als hätte sie meine Gedanken gelesen und wir drei fangen an zu lachen.
Wir drei verabschieden uns schließlich mit einem 'bis morgen' von einander und ich mache mich auf den Weg nach Hause. In meinem Zimmer schmeiße ich meine Schuhe erstmal in eine Ecke und packe meine Schultasche aus. In Deutschland war alles komplett anders. Es verging kein Schultag, an dem ich nicht ausgelacht, bloßgestellt oder im schlimmsten Fall sogar körperlich verletzt wurde. Ich wurde von alle gehasst, warum auch immer. Ich habe nie jemandem etwas getan. Nichts getan, um deren Taten zu rechtfertigen.
Aber hier... hier habe ich eine zweite Familie gewonnen, Freundinnen, die mich mögen und akzeptieren wie ich bin und nicht einmal wissen, WER mein Bruder, geschweige denn meine Mitbewohner sind. Sie bringen mich zum lachen und ich weiß, dass ich mich auf sie verlassen kann, wenn ich sie brauche. Ihnen vertrauen kann.
Ein unwohles Gefühl breitet sich in mir aus. Vertrauen... etwas, was ich eigentlich nie wieder zulassen wollte. Zu groß war die Angst, wieder verletzt zu werden. Fallengelassen zu werden. Aber jennie, Jisoo und vor allem Lisa... sie sind anders. Ich habe bei ihnen das feste Gefühl, dass sie mich nicht so behandeln werden.
Ich war so in meinen Gedanken versunken, dass ich garnicht bemerkt habe, dass die Jungs bereits zu Hause sind. Ich habe nicht wirklich die Stimmung, um jetzt mit Ihnen zu reden. Ich stehe also auf, verschließe meine Tür und setze mich zurück an meinen Schreibtisch, wo ich mit meinen Gedanken an Erinnerung komme, die ich eigentlich schon längst vergessen wollte. Zeiten, die hinter mir liegen und mich trotzdem zu dem gemacht haben, was ich heute bin.