Der Ballsaal war ein schimmernder Käfig aus Gold und Erwartungen. Als Silas und ich wieder eintraten, schien die Luft unter dem Gewicht hunderter Augen schwerer zu werden. Kaelen folgte einen Moment später, sein Gesicht eine Maske donnernder Verwirrung. Er kehrte nicht sofort zum Podium zurück, sondern blieb am Rand der Tanzfläche stehen und verfolgte mich mit seinem Blick wie eine wärmesuchende Rakete. Auf dem Podium stand Seraphina aufrecht, ihre Hand umklammerte ein Kristallglas so fest, dass ich dachte, es würde zerbrechen. Ihre Augen huschten von Kaelen zu mir, und der Hass, der von ihr ausging, war so stark, dass ich ihn fast schmecken konnte – bitter wie Schierling. „Achtung, alle miteinander!“, hallte Seraphinas Stimme, verstärkt durch ihren inneren Wolf. Es wurde so still im Rau

