Der Sommer brach in München wie eine Sintflut herein, als wäre er längst überfällig gewesen. Es gab Sommer, Julis, Nächte, in denen München sich als Stadt zeigte, in der das Leben in den kleinen Dingen verborgen liegt: ein Bier im Garten unter den alten Kastanienbäumen, der Duft des Flusses nach einem heißen Sommertag, das Licht um neun Uhr abends, das so lange verweilte, als wolle der Tag seinen Aufenthalt verlängern. Wir verbrachten viele Nächte draußen. Er besaß eine Leichtigkeit, die ich nie zuvor an ihm gesehen hatte. Der Winter hatte ihm eine Dichte verliehen, nicht trostlos, sondern dicht, passend zur Kälte, dem Schnee, der Dunkelheit. Doch der Sommer brachte dieses gegenteilige Gefühl mit sich, und er lachte, schlug Dinge vor, legte mir manchmal einfach die Hand auf den Arm, zog mi

