Kapitel Sechzehn

561 Worte

Kael hat mich zum Abendessen eingeladen. Nicht ins Café. Nicht zum Spazierengehen. Abendessen, in einem kleinen Restaurant in Schwabing, das er kannte, ruhig, nicht zu förmlich, mit einer Weinkarte, die er offensichtlich mit viel Sorgfalt zusammengestellt hatte. Das wusste ich, weil er mir außer Ort und Uhrzeit nichts über den Abend erzählt hatte und weil ich seine Art kannte, alles sorgfältig und kompromisslos anzugehen. Ich zog das rote Kleid an. Das einzige rote Kleid, das ich besaß, schlicht, knielang, tiefer Ausschnitt, dennoch elegant, ohne zu sehr aufzufallen. Ich betrachtete mein Spiegelbild lange. Dann ging ich. Er war natürlich zu früh. Er wartete nicht im Restaurant, sondern draußen und beobachtete die Straße. Als er mich sah, huschte etwas über sein Gesicht, etwas Kurzes, etwas

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