Die Festung klang anders. Nicht mehr wie ein geschlossener Raum, in dem jeder Atemzug zurückgeworfen wurde. Sondern wie ein Ort, der sich erst entscheiden musste, was er sein wollte. Die Risse im Altar glühten schwach. Kein bedrohliches Schwarz mehr – nur ein tiefes, ruhiges Grau. Liora stand noch immer in der Halle, das Netz leise hinter ihr pulsierend. Es war stabil. Aber vorsichtig. „Es fühlt sich leer an“, murmelte Mira. „Nicht leer“, sagte Corvin nach einem Moment. „Ungewohnt.“ Der Anführer hatte sich inzwischen wieder erhoben. Seine Haltung war aufrecht wie immer – doch etwas in seiner Präsenz war weicher geworden. Nicht schwach. Unverteidigt. „Die gebundenen Fragmente sind frei“, sagte er ruhig. „Aber sie wissen nicht, wie sie ohne Struktur existieren sollen.“ „Dann ler

