Diejenigen, die bleiben-1a

742 Worte

Die Stille verschwindet nicht. Sie verändert ihre Gestalt. Sie breitet sich nun zwischen den Menschen aus, nicht mehr in ihnen. Ich bemerke sie zuerst auf dem Platz, wo einst die alte Handelshalle summte. Der Steinboden ist dort, wo einst der Kern ruhte, rissig. Kein Leuchten. Keine Anziehungskraft. Nur Luft. Zwei Menschen stehen sich in der Mitte gegenüber. Keine Symbole. Keine Zeichen. Nur Hände. „Ich kann aufhören“, sagt die Frau. Der Mann nickt. „Ich weiß.“ „Jederzeit.“ „Ja.“ Sie berühren sich noch nicht. Sie warten. Wie der Moment vor einer Frage. Eden beugt sich zu mir. „Sie stehen schon eine Stunde da.“ „Warum?“, frage ich. „Sie entscheiden“, sagt sie. „Gemeinsam.“ Die Frau streckt schließlich die Hand aus. Ihre Finger berühren sich. Nichts blitzt auf. Nichts schließt

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