Kapitel 4-2

1695 Worte
Das erste, was mir auffiel, war die Musik. Außerhalb der Öffnung hatte ich nur den pulsierenden Beat wahrgenommen, aber sobald ich hineinkam, konnte ich die weinerlichen Untertöne eines unbekannten Instruments hören, das mit schärferen Vibrationen vermischt war. Die Musik war nicht besonders laut, aber sie umhüllte mich, so dass ich mich von der Melodie umschlossen fühlte. Über die Musik hinweg konnte ich Lachen und das Stimmengewirr von Gesprächen hören. Der geräumige Raum war mit Menschen gefüllt – obwohl ich mir nicht sicher war, ob Menschen der richtige Begriff war, da viele der anwesenden Personen Krinar waren. Die Außerirdischen waren leicht zu erkennen: Sie waren alle groß, dunkelhaarig und hatten die atemberaubende Schönheit, die man normalerweise bei Supermodels sieht. Eine Weile hatte es Gerüchte gegeben, dass die Krinar überhaupt keine biologischen Wesen seien, und ich konnte verstehen, wie diese Gerüchte entstanden waren. Die Krinar waren nicht nur unglaublich stark und schnell, sondern auch fast zu perfekt, um echt zu sein. Oder zumindest zu perfekt, um menschlich zu sein. Der Raum selbst war mit den runden Tischen in jeder Ecke spärlich ausgestattet. Sie schienen die krinarische Version von Bars zu sein. Ich konnte sehen, wie sich sowohl Menschen als auch Krinar in der Nähe dieser Tische aufhielten und Gläser mit verschiedenen Getränken holten. Die Beleuchtung im Raum war weich, und mehrere Farbtöne warmer Farben vermischten sich. Es schmeichelte der hellen Kleidung der Krinar. Die Kleidung selbst war nicht besonders exotisch – helle, wallende Kleider für Frauen, und Shorts mit ärmellosen Hemden für Männer – aber sie passten zu den Außerirdischen und betonten ihren goldenen Hautton und ihre passenden anmutigen Körper. Bevor ich weitere Details aufnehmen konnte, drehte sich der Krinar, der uns hergebracht hatte, um, um mich anzuschauen. Auf seinen vollen, perfekt geformten Lippen war ein spöttisches Halblächeln zu sehen. »Neugierde befriedigt?«, schnurrte er, während er mich anblickte, und mein Atem blieb mir im Hals stecken, als ich ihn zum ersten Mal genau ansah. Der Krinar, der vor mir stand, hatte eine dunkle, satyrhafte Schönheit, die sowohl verlockend als auch verstörend war. Sein schwarzes Haar war glänzend und glatt und lang genug, um seine Ohren zu bedecken und ungebändigt über seine Stirn zu fallen. Mit seiner männlichen Nase und seinem starken Kiefer hätte er auf einem Werbeplakat für Rekrutierungen der Armee posieren können – nur, dass kein Soldat einen Mund hatte, der so frevelhaft sinnlich war, oder Augen, die eine derart fleischliche Lust versprachen. Wunderschöne schwarzbraune Augen mit dichten Wimpern, die schon jetzt mit unverschämtem männlichen Interesse über meine Kurven fuhren. Zum ersten Mal in meinem Erwachsenenleben errötete ich. Ich konnte nichts dagegen tun. Es fühlte sich an, als würde mich der Krinar mit seinem Blick ausziehen und mich nackt und verletzlich dastehen lassen. Mein Körper fühlte sich unangenehm warm an, meine Atmung wurde schneller, und mein Puls beschleunigte sich. Der Krinar sah mich nicht nur an; er verschlang mich mit seinen Augen – und mein Körper reagierte auf seinen Blick wie auf eine körperliche Berührung. Meine Brustwarzen verhärteten sich, und flüssige Hitze begann, sich zwischen meinen Oberschenkeln zu sammeln. Die Luft war so d**k vor sexueller Anspannung, dass ich sie praktisch schmecken konnte. Als die Augen des Krinar auf meinem Gesicht lagen, konnte ich ihn nur anstarren, hoffnungslos gefangen von diesem dunklen, alles verschlingenden Blick. »Und wer ist das, Vair?« Die Stimme einer Frau brach den Zauber und drang in die sinnliche Blase ein, die sich um mich und dem Krinar gebildet zu haben schien. Dankbar für die Unterbrechung holte ich einen zittrigen Atemzug, riss meine Augen von dem Krinar los und wandte mich dem Neuankömmling zu. Es war ein weiterer Krinar. Die Frau lächelte verführerisch, und ihre Aufmerksamkeit richtete sich auf Jay – der sie mit der gleichen hilflosen Faszination anstarrte, die ich gerade erlebt hatte. Mist. Das war nicht gut. Das war überhaupt nicht gut. Jay war nicht gerade für seine Selbstbeherrschung in Bezug auf Versuchungen bekannt – und die neben ihm stehende krinarische Frau war Verlockung pur. Sie trug ein kurzes weißes Kleid und war fast ein Meter achtzig groß, mit braunen, muskulösen Beinen, die endlos lang zu sein schienen. Ihr Körper war perfekt proportioniert, schlank und feminin zugleich, mit einer Taille, die für ihren Körper fast zu schmal war. »Alien-Barbie« war der Gedanke, der mir in den Sinn kam. Eine sehr sexy Alien-Barbie. »Das sind ein paar Streuner, die ich im Flur gefunden habe«, antwortete der Krinar – Vair – auf die Frage der Frau. Seine üppigen Lippen formen sich zu einem ironischen Lächeln, als er sagte: »Shira, darf ich vorstellen: neugieriges Mädchen und neugieriger Junge. Lecker, nicht wahr?« Bevor ich herausfinden konnte, wie ich auf diese beleidigende – und eher alarmierende – Aussage reagieren sollte, trat Jay vor und streckte seine Hand aus. »Ich bin Jay«, sagte er mit einer heiseren Stimme. »Es freut mich, dich kennenzulernen … Shira, richtig?« Die Frau lachte mit leiser, kehliger Stimme. »Ja, das stimmt, mein Süßer. Ich bin Shira. Warum zeige ich dir nicht alles?« Und damit ergriff sie Jays ausgestreckte Hand mit ihren langen Fingern und führte meinen Freund zu einer der Bars, wobei sich ihr Körper so geschmeidig bewegte wie der einer Katze. Jay ging ohne zu protestieren mit ihr mit, anscheinend zu fasziniert, um sich an seine früheren Bedenken zu erinnern – oder an die Tatsache, dass er hier war, um mir bei der Story zu helfen, nicht um das Sexspielzeug von K-Barbie für eine Nacht zu sein. »Keine Sorge«, sagte Vair, so als könne er meine Gedanken lesen. Seine Stimme war erfüllt von dunkler Belustigung. »Shira wird sich gut um ihn kümmern.« Widerwillig drehte ich mich zu ihm um, und mein Herzschlag beschleunigte sich, als sich unsere Augen erneut trafen. »Ich mache mir keine Sorgen«, konnte ich ihm gerade so antworten. »Wir sind ja schließlich hier, um Spaß zu haben.« »Natürlich bist du das, mein Liebling.« Vairs Zähne funkelten weiß. »Und Spaß sollst du auch haben. Möchtest du etwas trinken oder lieber tanzen?« Ich blinzelte ihn an. »Tanzen?« Die Musik hatte ein gutes Tempo, aber sie hatte nicht gerade die Tanzflächenlautstärke. Und niemand um uns herum tanzte. Ganz zu schweigen davon, dass ich mich nicht in Vairs Reichweite begeben würde, wenn ich es verhindern konnte. Der Klub mochte ein Ort sein, an dem man sich mit Krinar treffen konnte, aber das war nicht das, wofür ich hier war. »Ja, tanzen.« Sein Lächeln wegen meines ungläubigen Blicks wurde noch breiter. »So.« Er machte eine kleine Geste mit der Hand, und plötzlich verdunkelte sich der Raum, und das sanfte Licht nahm einen rötlich-violetten Farbton an. Die Musik wurde schneller und lauter, und der pulsierende Beat erfüllte meinen Körper. Um uns herum spürte ich, wie sich die Energie des Raumes änderte, während sich die Gespräche abschwächten und aus Gruppen Paare wurden, die begannen, sich in unverkennbaren Tanzbewegungen zu bewegen. Erschrocken trat ich zurück. »Was? Wie …« »Mir gehört dieser Klub«, murmelte Vair und kam näher. »Habe ich vergessen, das zu erwähnen?« Ich schluckte. »Ähm, ja. Ich glaube, das hast du.« Heilige Scheiße. Das war der Klubbesitzer – und er schien mich aus irgendeinem Grund zu wollen. Das war entweder ein großes Problem oder eine große Chance. »Wie lange gehört er dir schon?«, fragte ich, da mein innerer Reporter entschied, dass es Letzteres war. Das war eine ausgezeichnete Gelegenheit, Informationen zu erhalten – auch wenn es bedeutete, dass ich die sexuellen Annäherungsversuche eines Außerirdischen ertragen musste. Die nicht annähernd so unwillkommen waren, wie ich es mir gewünscht hätte. »Eine Weile.« Vair trat noch näher an mich heran und hielt weniger als einen halben Meter von mir entfernt an. Ich saugte tief Luft ein und neigte meinen Kopf nach hinten, um zu ihm hochzuschauen. Es war, als würde man den Gipfel eines Berges sehen wollen. Ich hatte natürlich gewusst, dass er groß war, aber mir war nicht klar gewesen, wie verdammt groß. Der Krinar war weit über ein Meter achtzig groß, mit Muskeln, die einen Bodybuilder stolz gemacht hätten. Er ragte über meine etwas mehr als ein Meter fünfzig, weshalb ich mich neben ihm so klein wie ein Kind fühlte. Selbst für einen Menschen wäre er unglaublich stark gewesen, und die Krinar waren dafür bekannt, dass sie viel, viel stärker als Menschen waren. Mein Bauch zog sich vor Angst und Erregung zusammen, als ich über die Tatsache nachdachte, dass er alles tun konnte, was er wollte. Alles. Wie Jay gesagt hatte, standen die Krinar im Grunde genommen über dem Gesetz. »Wie lange ist eine Weile?«, fragte ich nach und tat mein Bestes, um meinen explodierenden Puls zu ignorieren. »Seit ihr angekommen seid?« Er lachte. »Nein. Erst, als sich die Dinge beruhigt hatten.« Ah. Endlich kamen wir weiter. Ich vermutete, dass »als sich die Dinge beruhigt hatten« eine Umschreibung für das Ende der Großen Panik waren – die dunklen Monate, die nach der Ankunft der Krinar auf der Erde folgten. Zu diesem Zeitpunkt war der Klub also weniger als achtzehn Monate alt. Ich notierte mir diesen Leckerbissen und schenkte Vair ein ermutigendes Lächeln. »Unglaublich. Und wie bist du dazu gekommen, einen in New York zu eröffnen? Ich dachte, dass ihr unsere Städte nicht mögt …« »Warum sollte ich eure Städte nicht mögen?« Er zog seine Augenbrauen in die Höhe. »Nicht du persönlich. Ich spreche von euch allgemein. Den Krinar.« Er sah amüsiert aus. »Ich kann nicht für alle Krinar sprechen, mein Liebling, genauso wie du nicht für die gesamte Bevölkerung der Erde sprechen kannst. Ich bin nur ein Individuum, und zufällig gefällt mir diese Stadt. Ich finde sie sehr … anregend.« Seine Augen wanderten wieder über meinen Körper und ließen keinen Zweifel daran, an welche Art der Anregung er dachte. Eine tückische Hitze ließ meine Wangen erröten, als mein Körper wieder auf diesen Blick reagierte. »Das stimmt natürlich«, murmelte ich und durchforstete mein Hirn nach einer Möglichkeit, das Gespräch auf ein weniger sexuell aufgeladenes Thema zu lenken. »Also, warum …« »Warum tanzen wir nicht?«, unterbrach mich Vair, und ich erkannte, dass sich fast jeder um uns herum im Rhythmus der Musik bewegte – einschließlich Jay und seiner Barbie auf der anderen Seite des Raumes. Und bevor ich mir überlegen konnte, wie ich ablehnen sollte, kam Vair ganz dicht an mich heran und zog mich in seine Umarmung.
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