Sofia Die Tür zu meinem Zimmer fiel hinter mir ins Schloss. Ich blieb einen Moment lang stehen, hielt den Griff meines Rollkoffers fest und atmete den Geruch unseres Schlafsaals ein. Ich sah mich um. „Du lebst.“ Die Stimme kam vom Bett am Fenster. Clara saß dort mit gekreuzten Beinen, ein Lehrbuch auf dem Schoß, aber ihre Augen waren auf mich gerichtet. Sie musterte mich von oben bis unten, als wäre ich ein biologisches Präparat, das sie sezieren musste. „Kaum“, flüsterte ich und ließ meinen Koffer los. Clara schlug ihr Buch zu und warf es auf den Boden. „Schließ die Tür ab.“ Ich drehte den Riegel um. Bevor ich mich überhaupt umdrehen konnte, war sie schon bei mir. Sie packte meinen Arm, zog mich zu ihrem Bett und drückte mich auf die Matratze. „Raus damit“, befahl sie mit großen Au

