Rapunzel stand vor der Tür ihres Turms und versuchte, nicht durchzudrehen. Ihr Herz hämmerte. Ihre Hände waren eiskalt. Seit Jahren hatte sie in diesem Turm gesessen, hatte jedes Bild, jedes Video, jede Bewegung perfekt inszeniert. Und jetzt… jetzt sollte sie einfach so hinausgehen?Draußen. Wo es kein Ringlicht gab. Wo das Licht nicht weich und schmeichelnd fiel. Wo kein Filter existierte, um ihre Haut makellos erscheinen zu lassen. Sie nahm einen tiefen Atemzug und drückte die Tür auf. Die riesigen Holztüren, die sie immer für ein Symbol ihrer Gefangenschaft gehalten hatte, waren plötzlich nichts weiter als ein Ausgang. Der Wind wehte ihr entgegen, frisch und ungefiltert, ließ ihre Haare in alle Richtungen fliegen. Sonnenlicht traf sie direkt ins Gesicht – hart, unerbittlich, ohne einen

