Kapitel 12

820 Worte

12 Yulia »Bayu-bayushki-bayu, ne lozhisya na krayu ...«, singt mir meine Mutter ein russisches Schlaflied vor, und ihre Stimme ist weich und süß, während ich mich tiefer in meine Decke kuschele. »Pridyot seren’kiy volchok, i ukusit za bochok ...« Ihr leiser Gesang ist schief, und der Text handelt von einem grauen Wolf, der mich in die Seite beißen wird, sollte ich zu nah an der Bettkante liegen, aber die Melodie ist warm und beruhigend, genauso wie das Lächeln meiner Mutter. Ich sonne mich darin, genieße es, solange ich kann, aber mit jedem Wort wird die Stimme meiner Mutter leiser und entfernter, bis Stille einkehrt. Stille und Kälte, leere Dunkelheit. »Geh nicht, Mama«, flüstere ich. »Bleib zu Hause. Geh heute Nacht nicht zu Großvater. Bitte bleib zu Hause.« Aber ich bekomme keine

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