5 Nikolai Als ich aus dem Zimmer trete, höre ich, wie sie sich von meinem Sohn verabschiedet. Ihre Stimme ist süß und hell, und das schmerzhafte Pochen in meiner Brust verstärkt sich, Wut vermischt sich mit der stärksten Lust, die ich je empfunden habe. Sechs Monate. Sechs Monate, und ich habe nicht einmal ein Lächeln aus dem Jungen herausbekommen. Aber Alina hat es, und jetzt auch dieses Mädchen, diese völlig Fremde. Slava lachte mit ihr. Er zeigte ihr sein Lieblingsbuch. Er ließ sie sein Shirt berühren. Und die ganze Zeit, in der ich sie mit meinem Sohn beobachtete, konnte ich nur daran denken, wie sie nackt unter mir aussehen würde, ihr Haar mit den Sonnensträhnen aus dem festen Dutt befreit und ihre großen braunen Augen auf mich gerichtet, während ich mich in ihrem seidigen Fle

