27 Lucas Es ist bereits nach acht Uhr, als ich nach Hause komme. Zu meiner Erleichterung liest Yulia ruhig in ihrem Sessel, als ich die Bibliothek betrete. »Entschuldige bitte, dass ich so lange gebraucht habe«, sage ich, als ich zu ihr gehe, um sie vom Sessel loszubinden. »Du musst am Verhungern sein – ganz zu schweigen davon, dass du wahrscheinlich auf die Toilette musst.« Sie schaut zu mir hoch und ich sehe, dass ihre Augen leicht gerötet sind, so als habe sie geweint. Sie sagt nichts, aber das habe ich auch nicht erwartet. Ich habe die Vermutung, dass das heutige Abendessen nicht besonders gesprächig verlaufen wird. Ich beuge mich hinunter, mache sie los und helfe ihr aus dem Sessel, ohne darauf einzugehen, dass sie sich bei meiner Berührung versteift. »Komm. Es ist schon spät.«

