Der Spiegel der Dornen-1

1255 Worte

Der Sturm ließ nicht nach. Der Regen peitschte in wütenden, diagonalen Linien durch die Bäume. Blitze zuckten wie Feueradern über den Himmel. Doch ich sah nur sie. Isla. Durchnässt, zitternd, ihre Augen glühten sanft in der Dunkelheit. Ihre Hand lag noch immer in meiner, wie ein Rettungsanker, den ich nicht verdiente. „Ich kann ihn wieder spüren“, murmelte ich. „Selbst jetzt noch. Wie er zusieht.“ Sie drückte sich näher an mich, ihre Hand wieder auf meinem Herzen. „Dann soll er zusehen.“ Mir stockte der Atem. Der Regen ließ ihre Lippen schimmern. Ihr Haar klebte ihr verstrubbelt und wild am Gesicht. Sie sah selbst aus wie ein Sturm – einer, in dem ich nur allzu gern ertrinken wollte. „Ich bin nicht er“, flüsterte ich. „Beweis es“, hauchte sie zurück. Ich dachte nicht nach. Ich küs

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