*Kael – Ich-Perspektive* Der Duft traf mich zuerst. Zimt. Lavendel. Asche. Ein Duft, den ich seit sieben Jahren nicht mehr gerochen hatte – einer, der einst den Sturm in meiner Brust besänftigte. Ein Duft, von dem ich nie gedacht hätte, ihn jemals wieder zu riechen. Lyra. Sie trat aus dem Schatten, wie eine Erinnerung, die aus einem Grab geholt wurde. In Schwarz gehüllt, das Haar länger, die Augen kälter – doch das Lächeln auf ihren Lippen war dasselbe. „Du hättest tot bleiben sollen“, sagte sie leise, wie ein Liebesflüstern, durchzogen von Gift. Ich rührte mich nicht. Konnte nicht. Mein ganzer Körper erstarrte, als hielte der Wald selbst den Atem an. „Du warst es“, sagte ich mit leiser Stimme. Ihre Augen funkelten. „Du klingst überrascht.“ „Ich habe dich begraben.“ Ich trat eine

