Kapitel 79

1644 Worte

Die Nachtluft war frisch, doch Selenas Haut brannte. Nicht vor Kälte, nicht vor Angst – sondern vor etwas Tieferem, etwas Gefährlicherem. Sie ging im Garten auf und ab, ihre Absätze klapperten auf dem Steinweg, und versuchte, die Last von Nathans Worten abzuschütteln. „Adrian teilt nicht.“ Als gehöre sie ihm. Als hätte sie ihn nicht jahrelang auf Distanz gehalten und so getan, als würde seine Berührung nicht lange nach seinem Tod nachklingen. Nathan stand ein paar Meter entfernt mit verschränkten Armen und beobachtete sie. „Willst du etwas sagen?“ Selena blieb stehen. „Was soll ich sagen?“ Nathan atmete aus. „Dass du verstehst. Dass du weißt, warum er das getan hat.“ Sie spottete. „Warum er vor aller Augen beinahe einen Mann umgebracht hat?“ Nathan zuckte nicht zusammen. „Für dich.“

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